Sollte man abends lieber keinen Salat essen?

Gärt Rohkost nachts tatsächlich im Magen? Eine Ernährungswissenschaftlerin erklärt, was an dem Mythos dran ist.

Illustration: Ryan Gillet

Silke Restemeyer ist Diplom-Ökotrophologin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE):

»Diese Sorge beruht auf dem Mythos, dass Salat angeblich nachts im Magen gärt und dann Verdauungsbeschwerden auslöst. Aber es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass man auf Rohkost oder Obst am Abend verzichten oder es nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit verzehren sollte.

Natürlich sollte man darauf achten, was man selbst gut verträgt. Ein Rohkostsalat mit einem sehr säuerlichen Dressing kann dazu führen, dass man aufstoßen muss. Manche Menschen haben dieses Problem auch mit roher Zwiebel, Gurke oder Paprika, die mitunter auch Blähungen verursachen können. Das ist nachts sehr unangenehm. Andere haben dieses Problem wiederum nicht.

Wer weiß, dass er diesbezüglich empfindlich ist, sollte im besten Fall drei bis vier Stunden vor dem Zubettgehen nichts mehr essen. Das gilt aber nicht nur für Rohkost sondern genauso für den üppigen Braten. Je fetter die Speisen, desto länger verweilen sie auch im Magen.

Wer Rohkost abends nicht verträgt, kann sein Gemüse auch leicht andünsten. Gut sind zum Beispiel Möhren und Fenchel. Man sollte jedenfalls nicht den Schluss ziehen, abends kein Gemüse oder Obst mehr zu essen. Dann wird es schwierig mit den empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag.«