Hotel Arosea, Ultental

Bastian Obermayer hat am Hotel Arosea nur einen Haken gefunden: Er wollte es einfach nicht mehr verlassen.

Ich stehe auf dem Balkon, schaue auf den Stausee und überlege, ob ich noch fischen gehen soll. Es wäre Hechtzeit. »Wenn du wieder reinkommst, zieh Schuhe und Socken aus!«, ruft meine Begleitung auf den Balkon. Sie zappelt grinsend barfuß im Zimmer auf dem grob geknüpften Schafwollteppich herum – dann ist sie verschwunden und wird erst Stunden später wieder auftauchen, um von Dampfschnecke, Biosauna, Eiswürfeldusche, Heubad und Entspannungsschaukeln zu erzählen.

Aber auch wenn das böse klingt: Vermisst habe ich sie nicht. Ich war beschäftigt. Mit Lesen, Dösen und Auf-den-Südtiroler Bergwald-Schauen, mit Schwimmen und Trockenwerden, und mit Am-Zirbenholz-Riechen, das hier wie die fußkitzelnde Schafwolle und Schiefer überall zu finden ist. Nur fischen war ich nicht. Das ist der Haken am »Arosea«: Man verspürt wenig Drang, es zu verlassen. Und man wird stumm. Beim Abendessen nicken wir uns bei Fischfilet auf gegrillter Wassermelone zufrieden zu und heben ab und zu das Glas. Wir sind in merkwürdiger Verfassung. Wir sind entspannt.

Arosea Life Balance Hotel, Kuppelwies am See 355, 39016 St. Walburg, Ultental bei Meran, Südtirol, Tel. 0039/0473/ 78 50 51, www.arosea.it, DZ mit Halbpension (sehr zu empfehlen!) ab 151 Euro pro Person.

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