Oktoberfest-Knödel mit gebrannten Mandeln

Frisch gebrannte Mandeln schmecken so lecker auf der Wiesn. Zieht man das angebrochene Tütchen einen Tag später aus der Tasche, ist der Zauber meist vorbei. Unser Koch hat eine raffinierte Anwendung für die Mandelreste gefunden.

Der Olympia-Fünfer-Looping und gebrannte Mandeln, das sind die Attraktionen, die mich zum Oktoberfest ziehen. Das Essen in den Bierzelten finde ich zwar erstaunlich gut – ein bisschen unheimlich nur, dass dort immer so viele Menschen sind, manche zudem angetrunken. Die Fahrt in der Achterbahn ist auch berauschend, aber nur kurz, der Genuss der gebrannten Mandeln hält länger an. Zu lange eigentlich, denn zuverlässig findet sich bei mir am nächsten Tag noch eine halbvolle Papiertüte in irgendeiner Jackentasche. Leider schmecken gebrannte Mandeln aber nur auf der Wiesn und ganz frisch – ich sehe da Parallelen zu Urlaubsweinen, die zuhause meist auch nicht mehr ganz so überzeugen, wie vorher in der Hängematte mit Blick auf die untergehende Sonne.

Bisher lagen die viel zu süßen Mandeln meist noch eine Weile herum, um irgendwann auf ungeklärte Weise zu verschwinden. Doch jetzt habe ich eine fantastische Anwendung für gebrannte Mandeln gefunden: Als Zutat in süßen Knödeln wirken sie wie ein Karamell-Krokant-Nuss-Geschmacks-Turbo. Einfach pulverisieren und unter den Teig kneten. Dabei etwas weniger Brösel als für gewöhnliche Topfenknödel nehmen und den Zucker weglassen. Wenn richtig viele Mandeln übrig sind, kann man zusätzlich noch ein paar über die fertigen Knödel streuen. Dieses Jahr werde ich die ganz große Tüte kaufen!

Oktoberfest-Knödel mit gebrannten Mandeln und Zwetschgen

Für 4 Personen (ca. 12 Stück):

Für den Teig:

  • 600 g Topfen oder Magerquark
  • 100 g weiche Butter und etwas Butter für die fertigen Knödel
  • 125 g gebrannte Mandeln und eine Handvoll gebrannte Mandeln zum Bestreuen (Brösel-Alternative siehe Tipp)
  • 150 g Weißbrot-Brösel (selbst gemacht oder Paniermehl vom Bäcker)
  • 3 Eier (M)
  • Salz

Topfen oder Quark in einem Küchentuch oder einem Passiertuch ausdrücken. Gebrannte Mandeln im Blitzhacker pulverisieren. Weißbrot-Brösel abwiegen und mit weicher Butter, 125 g gemahlenen Mandeln, Eiern und einer Prise Salz mischen. Den Topfen unterrühren, etwa 30 Min. im Kühlschrank ruhen lassen.

Mit feuchten Händen aus dem Teig ein Probeknödelchen formen, in einen großen Topf mit kochendem Wasser geben, noch einmal aufkochen lassen, dann einen Deckel halb auf den Topf legen und bei kleinster Hitze 10 Minuten ziehen lassen. Wenn der Probeknödel zerfällt, war er zu feucht. In diesem Fall noch ein Eigelb und mehr Brösel unter den restlichen Teig kneten.

Weitere Knödel formen, ungefähr so groß wie Tischtennisbälle. Die Knödel wie beschrieben bei schwacher Hitze 10 Minuten garen. Mit etwas zerlassener Butter beträufeln, mit gehackten Mandeln bestreuen und mit Zwetschgenröster, Rhabarberkompott oder frischen Früchten servieren.


Brösel-Alternative
Wenn nicht genug gebrannte Mandeln zum Bestreuen da sind kann man stattdessen auch 50 g Butter in einer Pfanne erhitzen und darin 80 g Brösel unter ständigem Rühren goldbraun rösten. Unter die fertigen Brösel 2 EL Zimtzucker rühren. Knödel aus dem Wasser heben, abtropfen und in den Bröseln wälzen.

Noch mehr Inspiration?

Sämtliche Rezepte aus dem SZ-Magazin und der Süddeutschen Zeitung finden Sie auch auf unserem Portal »Das Rezept«.

Artikel teilen: