Manche finden Rote Beten eher grob und bäuerlich. Das hat mit dem erdigen Duft der Knollen zu tun. Ich mag ihn (buddele auch gerne in der Erde) und ich mag die Knollen in jeder Form – ganz einfach im Ofengemüse oder in Salaten (einige Probier-doch-mal-Rezepte siehe unten). Sogar einen Cocktail mit Roten Beten habe ich schon gemixt – der ist auch fein, mit etwas mehr Blutorangensaft sollte »Red Betty« auch ohne Alkohol sehr gut schmecken. Bei meinem heutigen Rezept geht es mir jedoch vor allem um die Sauce, die setze ich ähnlich wie für einen Schmorbraten an. Mit Schalotten, reichlich Gemüse und Rotwein wird die Sauce tief und wuchtig, ideal für Comfort Food an kalten Tagen. Um die Einkaufsliste nicht unnötig zu verlängern, hatte ich die Beten einfach ganz ohne Schnickschnack in den Ofen gelegt. Das funktioniert gut, nach einer Stunde etwa sind sie weich und Sie können schöne Scheiben daraus schneiden. Beim nächsten Mal werde ich die Beten aber in einer Kastenform eng aneinander legen, mit Salz knapp bedecken und dann erst im Ofen garen. So verlieren sie noch mehr Feuchtigkeit, das ist kaum zusätzliche Arbeit und schmeckt noch besser. Um das Salz später weiterzuverwenden, im abkühlenden Ofen trocknen, abkühlen lassen, verkrümeln und wie gewohnt damit würzen – kann sein, dass es sich bei der Prozedur etwas rosa färbt.
Weitere Probier-doch-mal-Rezepte mit Roten Beten:
Rote Bete mit Rotwein und Kastanienquitten
Zutaten für 4-6 Pers.:
- 750 g mittelgroße rote Beten Rote Bete
- 100 g Schalotten Schalotte, Zwiebel
- 3 Zehen Knoblauch
- 1 Karotte
- 1 Stängel Sellerie
- 2 EL Butterschmalz oder Margarine Butter, Margarine
- 1 TL Mehl zum Bestäuben Mehl
- Salz, Pfeffer
- 1 EL Quittengelee Quitte
- 4 EL passierte Tomaten Tomate
- 200 ml kräftiger Rotwein (z. B.: Primitivo aus Süditalien, Alternative: ein guter roter Traubensaft und etwas mehr Zitronensaft zum Abschmecken) Rotwein
- 500 ml Gemüsebrühe (selber machen oder gut einkaufen) Gemüsebrühe
- 2 EL Butter
- 1 Quitte (200-250 g) oder ein säuerlicher Apfel Quitte
- 1 EL Zitronensaft Zitrone
- 100 g Esskastanien (geschält, entweder TK oder vakuumiert) Kastanien
- 1 EL Zucker
- 1 Bund Petersilie
- 2 EL Nussöl
- 125 g Crème Fraîche oder vegane Creme Crème Fraîche
1. Rote Beten waschen, falls Blätter dran sind, die schönen Blätter aufheben und kurz in Salzwasser kochen, später mit anrichten. Beten auf einem Blech im Ofen bei 180 Grad Umluft etwa eine Stunde backen – oder in einer schönen Grillglut genauso lange eingraben.
2. Schalotten und Knoblauchzehen abziehen und grob zerkleinern. Karotte schälen, die Selleriestange waschen, beides in Scheiben schneiden. 1 EL Butterschmalz in einem großen Schmortopf zerlassen. Das Gemüse darin goldbraun braten. Mit Salz und Pfeffer würzen, dann mit dem Mehl bestäuben. Quittengelee unterrühren. Passierte Tomaten dazu geben. Mit einem Schuss Wein ablöschen, vollständig einkochen. Den Vorgang wiederholen, bis der Wein verbraucht ist. Mit etwa 500 ml Gemüsebrühe bedecken und zugedeckt bei schwacher Hitze 2 Stunden schmoren, abschmecken. 2h
3. Die Quitte waschen, abtrocknen, dabei alle Flaumreste abreiben. Die Frucht in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Das Kerngehäuse mit einem Apfel-Ausstecher oder einem kleinen, runden Plätzchen-Ausstecher entfernen. Die Quittenscheiben klein würfeln und mit dem Zitronensaft mischen. Esskastanien ebenfalls würfeln. Zusammen mit 1 EL Butterschmalz in einer Pfanne anbraten. Mit dem Zucker bestreuen, umrühren und etwa 5 Minuten langsam karamellisieren lassen (manche Sorten brauchen deutlich länger), ab und zu umrühren.
4. Beten aus dem Ofen nehmen und in Scheiben schneiden, auf Teller verteilen, mit Fleur de sel bestreuen und mit etwas Nussöl beträufeln. Die Petersilie hacken, in die Sauce geben, noch kurz kochen und dann mit Kastanien-Quitten und Creme fraiche um die Beten herum anrichten.
Tipp: Frische Maroni oder Esskastanien selber zu garen lohnt sich! Die Kastanien auf der gewölbten Seite quer zur Faser einritzen und bei 220 Grad im Ofen ca. 25 Min. backen. Aus dem Ofen nehmen, in ein nasses Tuch wickeln, kurz ruhen lassen. Nach ein paar Minuten schälen.
