Immer wenn Sie meine Rezepte nachkochen, freue ich mich – auch wenn Sie die Rezepte eher als Anregung betrachten und frei interpretieren. Mögen Sie Koriandersamen lieber als Fenchelsamen? Tauschen Sie sie aus! Thymian statt Petersilie? Sie haben meinen Segen! Rosenkohl statt Schwarzkohl oder ein ganz anderes Gemüse? Wunderbar. Es geht mir im heutigen Rezept um etwas gemüsige Leichtigkeit zur Pasta: Welches Gemüse Sie verwenden, finde ich nicht so entscheidend, wenn Sie es süßsauer abschmecken, wirkt das ganze Gericht frischer.
Aber in den meisten Rezepten gibt es ein oder zwei essentielle Tipps, die Sie berücksichtigen sollten, sonst geht es schief. Zum Beispiel müssen die Favabohnen für meine Maccu-Fritto-Würfel unbedingt ausführlich quellen bevor sie gekocht werden, sonst fallen die Würfel später beim Braten auseinander. Die Gefahr besteht sowieso, das Bohnenpüree enthält weder Ei noch Käse, es ist nur zart gebunden. Aber wenn die Bohnen ordentlich eingeweicht waren, dann können Sie die Würfel unfallfrei braten. Oder falls Ihnen das alles zu mühsam erscheint, lassen Sie die Masse einfach in der Form, streuen beherzt Käse drauf und überbacken alles zusammen als Nudelauflauf. Jedenfalls müssen die Bohnen eingeweicht werden. Das weiß ich natürlich, deshalb habe ich mein Rezept ja so geschrieben, wie es hier steht – aber was glauben Sie, habe ich beim Fotoshooting gemacht? Die Zeit war knapp, ich habe die Bohnen einfach aus der Packung ins kochende Wasser geworfen und dann sind natürlich später die Maccu-Fritto-Würfel zerfallen. Im Video konnten wir es halbwegs verschleiern, aber nachdem Sie diesen Text gelesen haben, sehen Sie sicher den Sprung. Und zu Hause habe ich den Rezepttest dann zur Sicherheit gleich nochmal wiederholt. Warum rennt man manchmal sehenden Auges ins Unglück?
Maccheroni Maccu Fritto
- 400 g getrocknete Favabohnen/dicke Bohnen, geschält und halbiert Favabohnen
- 1 TL Fenchelsamen
- Peperoncini-Flocken Peperoncino
- 300 g kleine Makkaroni Makkaroni
- 1 Bund Petersilie
- Salz, Pfeffer
- 2 EL Olivenöl
- Mehl zum Wälzen Mehl
- Pflanzenöl zum Frittieren Öl
- Für das Gemüse
- 250 g rote Zwiebeln (Tropea) Zwiebel
- 400 g Schwarzkohl
- 4 EL Olivenöl
- 2 EL Zucker
- 4 EL Rotweinessig
1. Favabohnen über Nacht in Wasser einweichen. Dann abgießen, in einem Topf mit Wasser bedecken (nicht salzen!) und zum Kochen bringen. Fenchelsamen und eine Prise Peperoncini-Flocken zugeben, bei kleiner Hitze 2-3 Stunden köcheln lassen. Ab und zu rühren – zwischendurch falls nötig noch etwas Wasser zugeben. Sobald die Bohnen beginnen zu zerfallen evtl. überschüssiges Wasser abgießen. Zum Schluss die Bohnen pürieren, es soll eine Creme werden, keine Suppe.
2. Makkaroni in einem großen Topf mit Salzwasser nach Packungsanweisung bissfest garen. In der Zwischenzeit die Petersilie zupfen und hacken. Nudeln abgießen, großzügig pfeffern und mit Petersilie und Bohnenpüree mischen. Eine Auflaufform oder ein Blech mit Olivenöl ausstreichen oder mit Backpapier auslegen. Die Mischung einfüllen und glatt streichen – die Schicht sollte etwa 2,5 cm dick sein. Im Kühlschrank fest werden lassen, zum Beispiel über Nacht.
3. Zwiebeln abziehen, halbieren und in Sicheln schneiden (den Wurzelansatz dran lassen, damit die Sicheln nicht auseinander fallen). In 4 EL Olivenöl zugedeckt 10 Minuten dünsten, gleich salzen. Schwarzkohl waschen, die Mittelrippen aus den Blättern schneiden, die Blätter in 5 mm breite Streifen schneiden. Zu den Zwiebeln geben, noch 5 Minuten dünsten. Deckel abnehmen, Zucker zugeben und kurz karamellisieren lassen, mit Essig ablöschen, einkochen, abschmecken und vom Herd nehmen.
4. Bohnenmakkaroni mit einem scharfen Messer in Würfel schneiden, im Mehl wenden. In einer Pfanne, die nicht klebt, mit reichlich Öl goldbraun backen, dabei ein paarmal vorsichtig wenden. Auf Küchenpapier abtropfen. Mit dem süßsauren Schwarzkohl anrichten.
