Die einfachste und leckerste Art, Mohn zu essen

Für diese feine Schoko-Mohn-Mousse mit Erdbeeren braucht unser Kolumnist nur vier Zutaten. Mit ein paar Kniffen gehen diese eine unwiderstehliche nussig-fruchtige Verbindung ein.

Mohn schmeckt sehr nussig, obwohl er einer ganz anderen, eigenen Pflanzenfamilie angehört – gut für Nussallergiker, die Mohn problemlos genießen können. Wir Deutschen essen durchschnittlich etwa 125 g Mohn im Jahr, trotzdem gilt er nicht als besonders aufregend oder cool. Dabei könnte man die kleinen Samen durchaus zu den heimischen Superfoods zählen: Mohn enthält nämlich genauso viel Eiweiß wie Chiasamen, reichlich mehrfach ungesättigte Fettsäuren (allerdings mehr Omega 6 als Omega 3) und jede Menge wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen, Zink, Magnesium.

Heimisch ist Mohn im deutschsprachigen Raum vor allem in Österreich – weil in Deutschland der Anbau immer noch verboten ist. Selbst zwei spezielle Sorten Speisemohn mit vernachlässigbarem Gehalt an Morphium und ähnlichen Alkaloiden fallen unter dieses Verbot. Allerdings kann man eine Ausnahmegenehmigung bei der Bundesopiumstelle beantragen. Die kostet 95 Euro für ein Beet mit zehn Quadratmetern, die Laufzeit ist drei Jahre. Landwirte können sich größere Flächen genehmigen lassen. Doch das nur am Rande, das Beet würde sich sowieso nicht lohnen: Viel ist nicht drin und Mohnsamen sind leicht. Den Inhalt einer Kapsel ignoriert eine normale Küchenwaage ganz einfach. Für einen Mohnstrudel bräuchte es eine gute Ernte auf den erlaubten zehn Quadratmetern und jede Menge Zeit, um die Samen zu bergen.

Doch unabhängig davon, wer die Mühen auf sich genommen hat, Mohn für Semmel, Strudel oder Mohnmousse zu säen und zu ernten, die kleine Samen verdienen eine liebevolle Behandlung, um den feinen Geschmack auch wirklich herauszukitzeln. Dafür gibt es ein paar Möglichkeiten, Rösten ist eine davon. Auch den Mohn zu quetschen verstärkt das Aroma, weil die Oberfläche der Samen dabei stark vergrößert wird. Geht aber nicht bei jedem Rezept, denn gequetschter Mohn sähe manchmal einfach nicht gut aus, zum Beispiel auf der Mohnsemmel oder in hellen Desserts. Wenn man gequetschten, gerösteten Mohn zusätzlich einweicht, löst sich der Duft der kleinen Körner in der Flüssigkeit – besonders gut klappt das in Schnaps, aber Milch tut es auch. Mein Rezept für die Schoko-Mohn-Mousse ist übrigens auch die einfachste Möglichkeit überhaupt, eine Schoko-Mousse zu zaubern.

Schoko-Mohn-Mousse mit Erdbeeren

Zubereitungszeit
20
Back/Gesamtzeit
24
Schwierigkeit

Zutaten:

Für 4 Personen
  • 50 g gemahlener Mohn (je frischer desto besser) Mohn
  • 4 cl Rum (je besser desto besser, alkoholfrei: Espresso, koffeinfrei und alkoholfrei: Traubensaft und eine Prise Zimt) Rum, Espresso, Traubensaft, Zimt
  • 150 g erstklassige dunkle Schokolade (davon 25 g für die Deko) Schokolade
  • 400 g Sahne
  • 500 g Erdbeeren

Mohn unter Rühren in einer Pfanne rösten, bis er duftet, in eine Schüssel umfüllen, den Rum über den heißen Mohn gießen, ziehen lassen.

Schokolade grob hacken. Die Sahne aufkochen vom Herd nehmen, Schokolade unterrühren, erst schmelzen, dann abkühlen und schließlich im Kühlschrank 24 Stunden reifen lassen.

Schokosahne steif schlagen, kurz bevor die Mousse fertig ist, den Mohn vorsichtig unterrühren. Die Creme in Gläser füllen und kalt stellen.

Erdbeeren waschen, gut abtropfen lassen und entkelchen. Ein Drittel der Beeren mixen, dabei nach Geschmack evtl. leicht süßen. Restliche Beeren in Scheiben schneiden, alles auf der Mousse verteilen. Restliche Schokolade auf die Mousse reiben.