Saftig-süßer Eroberer

Wer den empfindlichen Pfirsich in eine Tarte verpackt, sollte ihn königlich behandeln. Der Trick: Unter einer Butter-Zucker-Kruste bewahren reife Früchte ihre unwiderstehliche Süße.

Foto: Hans Gerlach

Die Eroberer des amerikanischen Kontinents brachten den Indianern Schnaps, Infektionskrankheiten und den Pfirsich. Der breitete sich in der neuen Welt noch schneller aus als der weiße Mann. Schon Thomas Jefferson mokierte sich über die mangelnde Qualität französischer Pfirsiche. Wenige Jahre, nachdem er die amerikanische Unabhängigkeitserklärung geschrieben hatte und noch bevor er zum Präsidenten der USA gewählt wurde, lebte er nämlich einige Zeit als Botschafter in Paris.

Sicher gab es damals genau so gute Pfirsiche in Frankreich wie heute – nur musste man sie irgendwo in der Provinz unreif pflücken, um die Ware mit Pferdekarren auf den Markt in Paris zu bringen, bevor die empfindlichen Früchte verdarben. Ein Problem, mit dem sich Händler, Züchter und Pfirsichliebhaber noch heute herumschlagen. Von Plantagenbesitzer Jeffersons eigenen Pfirsichbäumen in Virginia bis auf den Tisch des Hausherren war der Weg jedenfalls außerordentlich kurz. Eigentlich klar, dass seine Früchte aromatischer waren als die aus den Pariser Markthallen. Pfirsiche schmecken einfach am besten, wenn sie gerade vollreif und schon ein kleines bisschen weich sind. Zum richtigen Erntezeitpunkt liegen immer schon einige überreife Früchte auf dem Boden. Jefferson verfasste übrigens auch das erste Rezept für Vanilleeis - ein perfekter Begleiter zu Pfirsichen, ob roh geschnitten oder in einer Tarte gebacken.

Ursprünglich stammt die saftige Frucht aus Südwest-China oder Tibet. Dort erzählt man die Sage von Hsi Wang Mu: Die ewig jugendliche Göttin des westlichen Himmels, hütet im Garten ihres Jadepalastes einen Pfirsichbaum, dessen Früchte Unsterblichkeit verleihen. Der Baum trägt alle dreitausend Jahre eine Frucht. Die meisten von uns werden den Tag seiner Reife nicht erleben.

Video: Hans Gerlach

Pfirsichtarte mit Brombeeren

Für einen Kuchen (12 Stücke):

  • 150 g Mehl
  • 3 EL Zucker
  • 100 g Butter und etwas Butter für die Form
  • 1 Eigelb

Für den Belag:

  • 750 g Pfirsiche
  • 125 g Brombeeren
  • 125 g weiche Butter
  • 100 g Puderzucker
  • 3 EL (50 g) Mehl
  • 125 g gemahlene Mandeln
  • 2 Eier und 1 Eiweiß
  • 2 EL Zucker

Außerdem: 1 Tarteform oder Springform (26 cm Durchmesser), Backpapier

Für den Mürbeteig:
Mehl, Zucker, Butter und Eigelb in einer großen Schüssel miteinander verkrümeln. Zügig zu einer Kugel zusammenkneten. Zugedeckt 15 Min. im Kühlschrank ruhen lassen. Die Form mit zerlassener Butter auspinseln. Den Teig etwas flacher drücken und in die Form legen, mit den Fingern ausbreiten und dabei auch einen 2 cm hohen Rand formen. Mit einer Gabel stupfen und in der Form noch einmal 15 Min. kühl stellen.

Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Die Pfirsiche waschen und halbieren, dabei die Steine entfernen, die Pfirsichhälften in dicke Spalten schneiden. Butter und Puderzucker schaumig schlagen, Mehl und Mandeln zugeben und dann die Eier und das Eiweiß nacheinander unterrühren.

Den Teig mit Mandelcreme bestreichen und mit Pfirsichen und Brombeeren belegen. Auf der zweiten Schiene von unten 20 Minuten backen, mit Zucker bestreuen (evtl. zusätzlich mit ein paar Butterflöckchen belegen), die Temperatur auf 170 Grad Umluft verringern und 20 Minuten fertig backen. Den Aprikosenkuchen lauwarm oder kalt servieren.

Tipp: Pfirsichblätter schmecken sehr gut, zum Beispiel in einem Pfirsichblätter-Eis – deshalb habe ich auch ein paar Blätter mit in die Tarte gezupft – probieren Sie es aus!

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