Waffeln für ein grünes Wunder

Ihh Brokkoli! Weit gefehlt. In dieser Form lieben auch mäkelige Kinder das vitaminreiche Gemüse. Und Erwachsene ebenso.

Text, Foto & Video: Hans Gerlach

Für Kinder kochen kann enorm befriedigend sein (zumindest, bis bei vielen kleinen Menschen irgendwann eine kulinarische Phase beginnt, in der manche Lebensmittel scheinbar willkürlich vom Speisezettel der kindlichen Wunsch-Ernährung gestrichen werden). Ich war zum Beispiel sehr stolz, als unsere Tochter ungefähr gleichzeitig laufen und Tintenfisch genießen lernte. Damals kochten wir ihr häufig einen grob gestampften Gemüsebrei mit Rosmarin und Knoblauch – den isst die ganze Familie heute noch sehr gerne. Kinder haben wesentlich feinere Geschmackssinne als Erwachsene, außerdem muss ihre Verdauung sich allmählich an neue Zutaten gewöhnen. Darauf muss man Rücksicht nehmen, Essen für Kinder sollte also sensibel abgeschmeckt, nicht zu scharf und natürlich auch nicht übertrieben salzig sein – aber es spricht absolut gar nichts gegen aromatischen Babybrei mit Kräutern und Gewürzen. Im Gegenteil, vielfältige Geschmackserfahrungen sind die beste Grundlage um irgendwann eine eigene Esskultur zu entwickeln. Inzwischen kocht sich unsere Tochter ihre Mahlzeiten in einer Studenten-WG, dafür erzählt jetzt Nils, mein Foodstylist, von den kulinarischen Abenteuern seiner gerade noch sehr kleinen Tochter. Zur Zeit bäckt er ihr regelmäßig Gemüsewaffeln mit Brokkoli – dafür schneidet Nils die Spitzen der Brokkoliröschen mit mehreren feinen Schnitten ab. So entstehen Brokkolikrümel, ähnlich wie grober Maisgrieß sehen sie aus. Diese Brokkolikrümel geben dem Waffelteig jede Menge Geschmack. Für Menschen, die Messer und Gabel schon bedienen können, kann man etwas saftigen Spinat dazu servieren und ein cremiges Hummus. Jetzt, wo die Bärlauchsaison begonnen hat, dürfen auch ein paar Blättchen Bärlauch mit in den Waffelteig. Wir haben sowohl die klassische Herzwaffelform getestet als auch die dickere, rechteckige Waffelform aus Belgien. Im belgischen Waffeleisen werden sie gleichzeitig knuspriger und saftiger. Die Anschaffung lohnt sich, auch für süße Varianten. Zum Glück gibt es seit ein paar Jahren auch belgische Waffeleisen immer wieder günstig bei den Discountern Ihres Vertrauens.

Vegane Gemüsewaffeln

Zubereitungszeit
50
Back/Gesamtzeit
20
Schwierigkeit

Zutaten für 6-8 Stück:

Für 4 Personen
  • 300 ml Hafermilch Milch, Hafermilch
  • 200 g Dinkelmehl 1050 Mehl, Dinkelmehl
  • 50 g feine Haferflocken Haferflocken
  • 2 EL Sesam
  • 2 TL Backpulver
  • 250 g Brokkoli
  • 150 g Karotte
  • Salz, Muskat
  • 50 g weiche Margarine und etwas mehr für das Waffeleisen Margarine, Butter
  • 400 g Blattspinat (frisch oder TK) Spinat
  • 2 EL Olivenöl
  • 250 g Hummus

1. Hafermilch mit Dinkelmehl, Haferflocken, Sesam und Backpulver verrühren.

2. Brokkoli waschen, abtropfen und dann mit einem Messer die Spitzen der Röschen fein abschneiden, sodass dabei eine Art Brokkoli-Grieß entsteht. Das sollten etwa 150 g sein. Den Stiel schälen, in 5 mm dicke Scheiben schneiden und beiseite legen. Karotten schälen und fein reiben.

3. Margarine, Brokkoligries und Karotten unter den Teig rühren. Mit Salz und Muskat würzen. In einem leicht gefetteten Waffeleisen nacheinander 6-8 knusprige Waffeln ausbacken.

4. Blattspinat auftauen oder frischen Blattspinat kurz kochen und abschrecken. Abtropfen und ausdrücken, ein paarmal durchschneiden. Brokkolistiele mit Olivenöl 2 Minuten dünsten, Spinat zugeben, leicht salzen. Gemüsewaffeln mit Hummus, ein paar Tropfen Olivenöl und dem Spinatgemüse anrichten.

Waffeln aufbacken:
Es schadet übrigens gar nichts wenn ein paar Waffeln übrig bleiben, im Toaster lassen sie sich schnell und unkompliziert wieder aufbacken.