Kann man scharfsinnig und gelassen zugleich sein, Thea Dorn?

Die Schriftstellerin und Moderatorin über Yoga, ihr deutsches Lieblingswort und die Frage, ob Kinder in der Schule Gedichte auswendig lernen sollten.

    Geboren: 23. Juli 1970 in Offenbach am Main
    Beruf:
    Schriftstellerin, Publizistin und Moderatorin Ausbildung: Studium der Philosophie und Theaterwissenschaft in Frankfurt, Wien und Berlin
    Status:
    Im Ernst

    Thea Dorn. Thea Dorn? Als Sie diesen Namen zum ersten Mal gehört oder gelesen haben, ist es Ihnen da auch so gegangen – haben Sie ein paar Sekunden lang über seinen eigentümlichen Klang gerätselt? Seitdem die Autorin als festes Ensemble-Mitglied im Literarischen Quartett (nächste Sendung am 10. August) mitdebattiert, ist ihr Name so geläufig geworden, dass man nicht mehr weiter darüber nachdenkt. Aber ihr Pseudonym verweist tatsächlich auf den großen Philosophen der Frankfurter Schule, Theodor W. Adorno. Zu dessen Dialektik der Aufklärung ließ sich Thea Dorn in ihrem Abitur prüfen. Mit der Veröffentlichung ihres ersten Buches wenige Jahre später war es dann so weit: Aus der 23-jährigen Christiane Scherer wurde Thea Dorn. Eine Ehr­erweisung, die bis heute anhält, wenn sie sagt: »Adornos Erkenntnis, dass Freiheitsgewinne zugleich mehr Zwang bedeuten, zähle ich nach wie vor zu den wichtigsten philosophi­schen Gedanken des 20. Jahrhunderts.« Und so bedient sie sich beim Bücherschreiben aus demselben Werkzeugkasten wie Adorno. Mit Tiefenschärfe und sprachlicher Eleganz wirbt sie in ihrem neuesten Werk Deutsch, nicht dumpf dafür, den Heimatbegriff nicht den Rechten zu überlassen. Und erklärt, warum ein aufgeklärter Patriotismus gerade jetzt wichtig sei.

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