Wie integriert man Rechte, Shermin Langhoff?

Die Intendantin des Maxim-Gorki-Theaters in Berlin verrät im Interview ohne Worte, was sie an Kreuzberg vermisst, wie sie mit ihrer Rolle als Vorbild umgeht und wie man Rechte integriert.

Geboren 9. Dezember 1969 in Bursa
Beruf Intendantin
Ausbildung Lehre als Verlagskauffrau, Volontariat in der Film- und Fernsehproduktion des NDR
Status
Postmigrantisch

Kultur, das ist in Deutschland ein beliebtes Wort, ist Shermin Langhoff aufgefallen. Man könne es auch so schön mit anderen deutschen Wörtern verbinden. Mit Landschaft etwa: Kulturlandschaft. Oder, ganz andere Richtung: Transkulturalität. So bezeichnet Shermin Langhoff, Intendantin des Maxim-Gorki-Theaters in Berlin, das, was sie tut und was sie feiert. »Wir machen keine Folklore«, sagt sie. Die Tochter einer Türkin aus Nürnberg – man sagte damals: einer Gastarbeiterin – hat keine Angst vor der Auseinandersetzung. Sie braucht auch keine AfD, um an ihrem Theater eine künstlerische Debatte über Migration anzu­stoßen. Und sie führt sie nicht an den Betroffenen vorbei, sondern mit ihnen, sie lässt Stücke über den Nahostkonflikt von Israelis, Palästinensern und Deutschen entwickeln oder gründet ein Flüchtlingsensemble. An ihrem früheren ­Theater, dem Ballhaus Naunynstraße in Kreuzberg, erfand sie vor vielen Jahren mit Jugendlichen aus ihrem Kiez das »postmigrantische Theater«. Postmigrantisch soll bedeuten, nicht darauf zu schauen, woher jemand kommt, sondern wohin jemand will. Auch wenn es Langhoff nervt, ein Vorbild zu sein, könnte die Bundesregierung sich nach der Sommerpause daran doch ein Beispiel nehmen.

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