Sagen Sie jetzt nichts, Casper

Der Rapper Casper im Interview ohne Worte über Ängste, Kanye West und seine Hochzeit in Las Vegas.

    Geboren 25. September 1982 in Lemgo (als Benjamin Griffey)
    Beruf Rapper
    Ausbildung Pädagogik- und Psychologiestudium (abgebrochen)
    Status
    Zorniger Melancholiker

    Casper ist der Rapper, dem die Frauen vertrauen: Groupies von Gangsta-Rappern wollten Sex, hat er mal gesagt, seine wollten ihm ihre Seele ausschütten. In Caspers Songs geht es nicht um das Leben im Ghetto, Waffen oder Koks, sondern um Gefühle, vor allem: Wut, Ängste, Zweifel. »Dies ist kein Abschied, denn ich war nie willkommen«, singt er in Im Ascheregen, und weiter: »Will auf und davon und nie wiederkommen. Kein Lebewohl, will euch nicht kennen.« Das klingt betrübt, eher nach Tocotronic als nach geilem Hip-Hop-Macker. Sein erstes Album Hin zur Sonne reicht bis in seine Kindheit zurück: Mehrere Jahre lang wuchs er in einem Trailerpark im US-Bundesstaat Georgia auf (und wurde im Gegensatz zu vielen deutschen sogenannten Gangsta-Rappern wirklich mit Gewalt und Drogen konfrontiert). Seine Eltern trennten sich, als er elf Jahre alt war, danach zog er mit seiner Mutter und Schwester zurück nach Ostwestfalen – ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Sein aktuelles Album Lang lebe der Tod schaffte es auf Platz eins der deutschen Charts. Für den gleichnamigen Titelsong gewann er Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten, und der würde mit Sido oder Bushido wohl eher nicht zusammenarbeiten.

    Fotos: Alfred Steffen

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