Sagen Sie jetzt nichts, Götz Alsmann

Der Musiker und Moderator im Interview ohne Worte über schlechte Tischmanieren, gutes Essen und die kommunikative Kraft einer gemeinsamen Mahlzeit.


    Geboren 12. Juli 1957 in Münster
    Beruf Musiker, Entertainer, Moderator
    Ausbildung Studium der Germanistik, Publizistik und Musikwissenschaft, Abschluss mit Promotion
    Status Der Tolle mit der Tolle

    Man kann schon auf die Idee kommen, dass Götz Alsmann den Schlager parodiert. Weil er schon viel parodiert hat in seinem Leben. Weil er gern witzig ist, kaum anders kann, als witzig sein zu wollen. Aber mit dem Schlager ist es Götz Alsmann ernst. Genau genommen ist es Schlagerjazz. Und wenn man das Glück hat, dabei zu sein, wenn er zur Ukulele singt, wird einem ganz warm ums Herz, so gut passt alles. Klar, manche finden das kitschig. Denen sagt Alsmann: »In Gefühligkeit kann man gar nicht ertrinken.« Andere finden das sehr retro. Denen sagt Alsmann: »Musik ist immer Realitätsflucht.« Oder: »Rockmusik erreicht mich nicht. Sie ist einfach zu schlecht angezogen.« Schlagfertig ist er, das hat er zwanzig Jahre lang in einer der wenigen originellen Fernsehsendungen bewiesen: Zimmer frei! Zusammen mit der Moderatorin Christine Westermann tischte er den prominenten Gästen ihr Lieblingsgericht auf, tafelte mit ihnen, alberte mit ihnen herum. Und obwohl Alsmann sich nie ohne Anzug in der Öffentlichkeit zeigt, war er sich in der Sendung für nichts zu fein. Manchen Gästen war das zu doll, andere sprangen über ihren Schatten. Zimmer frei! gibt es seit 2016 nicht mehr. Dafür eine neue Platte von Götz Alsmann, In Rom, Schlager aus dem Mutterland der Canzone.

    Fotos: Julia Sellmann

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