Sagen Sie jetzt nichts, Martin Brambach

Der Schauspieler über seine Unterbekleidung, die Menschen in seiner Heimat Recklinghausen und die Frage, was er bei Nervosität tut.

Geboren 28. Oktober 1967 in Dresden
Beruf Schauspieler
Ausbildung Schauspielschule Bochum
Status Neben der Spur

Fast jeder kennt Martin Brambachs Gesicht, fast niemand seinen Namen. Ein wichtiger Grund dafür ist seinen Konto­auszügen von vor zwanzig Jahren zu entnehmen. Brambach war damals ein begehrter junger Theaterschauspieler, er arbeitete mit Regisseuren wie Tabori, Schleef und Peymann. Spielen – das konnte Brambach. Mit Geld umgehen nicht. Am Ende hatte er 50 000 Mark Schulden bei drei Banken. Um Geld zu verdienen, begann Brambach in Filmen mitzuspielen, jede noch so kleine Rolle nahm er an. Und machte aus der Not eine Karriere. Bis heute hat Brambach mehr als 150 Kino- und Fernsehrollen gespielt, er bekam eine Sondernominierung zum Adolf-Grimme-Preis für »seine stetige schauspielerische Leistung in unterstützenden Rollen«. Der Tagesspiegel hat ihn den »bekanntesten Unbekannten des deutschen Fernsehens« genannt, was wohl weniger über Brambach aussagt als über eine Branche, die mehr nach Marken giert als nach gewissen­haften Arbeitern. Den Ruf als Durchschnittsgesicht und ewiger Nebendarsteller nimmt er gelassen. Weil er Groß­artiges im scheinbar Nebensächlichen sieht. Und weil dieser Ruf nicht mehr ganz stimmt: Am 21. Mai sieht man ihn zum sechsten Mal als Kommissariatsleiter Schnabel im Dresdner Tatort. In einer Hauptrolle.

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