Sagen Sie jetzt nichts, Robert Habeck

Der Grünen-Politiker Robert Habeck im Interview ohne Worte über Komplimente für sein Äußeres, seine »Supersensibilität« und die Frage, was er auf einen Jamaika-Urlaub mitnehmen würde.


    Geboren
    2. September 1969 in Lübeck
    Beruf Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in Schleswig-Holstein
    Ausbildung Studium der Germanistik, Philosophie und Philologie
    Status Nordlicht

    Ein Politiker, der es ablehnt, Vorsitzender seiner Partei zu werden, weil er sich um seine vier Söhne kümmern möchte: Mit diesem Schritt hat Robert Habeck Eindruck hinterlassen. 2008 war das und Habeck erst sechs Jahre bei den Grünen. Er hatte dort schnell Karriere gemacht, vom Kreisvorsitzenden in Schleswig-Flensburg zum Landesvorsitzenden Schleswig-Holstein. Aber der Mann sieht nicht nur aus wie aus einem dieser modernen Familienmagazine gepurzelt, er hat sich mit seiner Frau die Erziehungsarbeit (und das Bücherschreiben) tatsächlich gleichberechtigt aufgeteilt. Heute sind die Kinder älter, und Habeck hat nichts mehr dagegen, Chef zu werden. Er kandidiert im Januar für den Grünen-Vorsitz. Schon während der Jamaika-Sondierungen war er einer der Meistgefragten seiner Partei. Immer wieder betonte er, dass es nun um eine gemeinsame Idee für Deutschland gehen müsse, jenseits der einstudierten Parteistreitereien. Auf dem Weg zu Anne Will twitterte er noch schnell ein Selfie: Habeck im rappelvollen ICE, auf dem Boden sitzend. Ist er wirklich so ein bodenständiger Typ, den Machtspiele und Machtgehabe nicht interessieren? Oder will er nur so gesehen werden? Oder beides? Vielleicht kann man das bald im kühlen Berliner Politikbetrieb beobachten.

    Fotos: Tibor Bozi

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