Sagen Sie jetzt nichts, The BossHoss

Mit ihrem Country-Rock stürmen The BossHoss immer wieder die Charts. Zum zehnjährigen Band-Jubiläum gibt es nun ein Doppelalbum. Im Interview ohne Worte geht es um ihr Cowboy-Image, flüssige Drogen und »Brokeback Mountain«.

    Geboren 7. Dezember 1971 in Heidenheim (Sascha Vollmer, links), 28. Februar 1972 in Berlin (Alec Völkel)
    Beruf Musiker
    Ausbildung Grafikdesigner (beide)
    Status Asphaltcowboys

    Cowboys trifft man in der Prärie. Oder in der urbanen Steppe, in der es ja häufig ebenso grausam zu-, mindestens aber ums Überleben geht. Sascha Vollmer, genannt Hoss Power, und Alec Völkel, genannt Boss Burns, die Frontmänner von The BossHoss, empfangen zum Fototermin in einem Lagerschuppengelände; im Erdgeschoss befindet sich eine Spielothek, drüber residiert die Band, gegenüber steht eine Tankstelle. Mit etwas Fantasie kann man sich hier wie in Arizona fühlen, in Wirklichkeit ist man in Berlin, immerhin im wilden Osten der Stadt. Zehn Jahre ist es her, dass die beiden zusammen mit einem Kumpel ihre Country- und Western-Band gegründet haben. Seitdem fuchsen sie sich in sämtliche Spielarten des Showgeschäfts hinein, ohne dass man es ihnen übel nehmen könnte. Denn natürlich schickt es sich für zwei Outlaws nicht, den Jurysitz in einer Castingshow zu übernehmen, aber was soll man sagen, Für ein paar Dollar mehr ist halt ein Klassiker des Western-Genres. The BossHoss kriegen es hin, die nie ganz bezwingbare Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuer in unseren Angestelltenseelen zu kitzeln – natürlich hübsch abgesichert mit einem Fondssparplan. Dos Bros, das Doppelalbum zum Bandjubiläum, erscheint am 25. September.

    Fotos: Alfred Steffen

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