Sagen Sie jetzt nichts, Ulrike Folkerts

Die Tatort-Kommissarin im Interview ohne Worte über den Sexappeal von Uniformen, sympathische Gaunereien und die angemessene Bezahlung von Polizistinnen.



    Geboren
    14. Mai 1961 in Kassel
    Beruf Schauspielerin
    Ausbildung Studium der Theater- und Musikwissenschaften (abgebrochen), Schauspielstudium
    Status Die will nur spielen

    Wenn Ulrike Folkerts im Fernsehen Verbrecher jagt, schaut sie so grimmig, dass es sogar echten Polizisten gefällt. Für die »realistische Darstellung« des Berufsstandes bekam sie einen symbolischen Preis, verliehen von der Gewerkschaft der Polizei in Kassel, ihrer Heimatstadt. Seit 1989 spielt Folkerts die Tatort-Kommissarin Lena Odenthal, die vor keinem Mörder zurückweicht und vor machohaften Kollegen erst recht nicht. 65 Mal war Folkerts in Ludwigshafen im Einsatz, längst ist sie damit Deutschlands Tatort-Ermittlerin mit den meisten Dienstjahren. Über die uniformierte Eintönigkeit ihrer Stamm-Rolle hat sie sich immer wieder beschwert, aber erst vor ein paar Jahren schaffte sie es, den Sonntagabend wenigstens ein bisschen hinter sich zu lassen. Als sich Folkerts die Haare länger wachsen ließ, feierte der Boulevard prompt und absolut zwingend ihre neue »Lust auf Weiblichkeit«. Ihre Charaktere wurden vielfältiger, mal spielte sie eine Lehrerin, mal eine Ärztin, im Moment steht sie für Proben des Stücks Für immer schön auf der Bühne des Nationaltheaters Mannheim (Premiere: 7. Oktober). So ganz ohne Schusswaffe kommt sie aber weiter nicht aus, obwohl ihr langjähriger Tatort-Kollege Andreas Hoppe Ende 2017 aufhört. Lena Odenthal ist wohl die Rolle ihres Lebens.

    Fotos: Ramon Haindl

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