Was haben Sie von Alice Schwarzer gelernt?

Die Autorin und Aktivistin Anne Wizorek über Blondinenwitze, romantische Liebe und die Rolle von Musik in ihrem Leben.

    Geboren: 5.Mai 1981 in Rüdersdorf bei Berlin
    Beruf: Medienberaterin, Autorin, Bloggerin
    Ausbildung: Literaturstudium, abgebrochen
    Status: Netzaktiv

    Anne Wizorek hatte sich schon länger für Fragen über Macht und Geschlecht interessiert, aber die Geschichte mit dem #aufschrei schob 2013 alles noch mal richtig an. Da war Rainer Brüderles fehlplatzierter Dirndl-Kommentar einer Journalistin gegenüber, und da waren vor allem Zehntausende Frauen, die ihre Erfahrungen mit Sexismus im Alltag auf Twitter teilten. Wizorek sagt, dass Brüderle nur der Katalysator war und es vorher schon auf Twitter gebrodelt hatte. Wie dem auch sei, sie erfand den Hashtag zur Debatte. Und ist seither noch mehr als zuvor Ansprechpartnerin für jungen Feminismus. Sie kämpft für Wertschätzung, Augenhöhe und Respekt und steht zu dem, was sie sagt. Und das alles in unaufgeregter Manier, obwohl das beim Thema Feminismus auch heute nicht immer einfach ist – was ja die aktuelle Debatte um die Berliner Jurastudentin und Lokalpolitikerin Jenna Behrends ganz anschaulich zeigt. »Ein Graubereich ist es nicht, wenn eine Frau als große süße Maus bezeichnet wird oder ihre Reputation daran festgemacht wird, ob sie mit Männern in der Partei geschlafen hat oder nicht«, sagt Wizorek dazu. Ansonsten hält sie Vorträge, diskutiert auf Podien und liest aus ihrem Buch. Titel: Weil ein #Aufschrei nicht reicht.

    Fotos: Dominik Butzmann

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