Was können Sie, was Jan Böhmermann nicht kann? 

Der Liedermacher und Moderator Olli Schulz im Interview ohne Worte über seine norddeutsche Herkunft, Anti-Humor und den Unterschied zwischen Berlin und Hamburg.

Geboren: 15. Oktober 1973 in Hamburg
Beruf: Liedermacher und Moderator
Ausbildung: Fachabitur
Status: Frei Schnauzer

Es gab eine Zeit, da war Olli Schulz noch keiner, der mit seiner Musik Hallen füllt. Kein Hoffnungsträger des Fernsehens, noch kein Podcast-Komplize von Jan Böhmermann und kein gern gesehener Talkshowgast. Aus dieser Zeit erzählt Schulz viele Geschichten. Eine geht so: Er trennte sich von seiner Freundin, wohnte zwei Wochen in seinem Ford Fiesta, fuhr mit den letzten zehn Euro zur Tanke, wo ihn einer ansprach: »Für mich bist du der Größte!« Danach fuhr der Typ angeblich in seinem schönen Auto davon. Schulz, der Größte, blieb zurück, ungeduscht, mit seinem Fiesta. Wer weiß. Mit der Wahrheit nimmt es Schulz in seinen Geschichten nicht so genau. Egal: Wichtiger ist, was sie über ihn aussagen. Es sind die Geschichten eines Mannes, der die kleinen und großen Niederlagen in seinem Leben erfolgreich umarmt hat – und der mit Leidenschaft lieben und verachten kann. Schulz ist, und das unterscheidet ihn von vielen im Showgeschäft, ohne Zynismus. Die Welt, die ihm Liebeskummer zumutete und den Verlust der Vorderzähne, ist trotz allem eine gute. Olli Schulz lässt einen das spüren. Vielleicht ist das der Grund, warum man ihn so gern reden und singen hört. Und warum wohl halb Deutschland sofort ein Bier mit ihm trinken würde.

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