Welches Gesicht provoziert Sie?

Die Sängerin Peaches im Interview ohne Worte über die Bedeutung ihres Künstlernamens, intersexuellen Feminismus und das Berlin vor 20 Jahren.

Peaches

Geboren 11. November 1966 in Toronto 
Beruf Sängerin und Performerin
Ausbildung Erzieherin 
Status Ungeniert

Für Peaches gibt es keine Kategorie. Sie ist Skandalsängerin und Sex-Ikone, Rockstar und Rebellin, sie spielt Theater und macht Musicals, nur eines tut sie durchgängig: die Geschlechtergrenzen durchbrechen, auch schon lange bevor es en vogue war. Mann, Frau, Penis, Vagina, was dazwischen? Egal. Auf der Bühne hüllt sie sich in Stoffgenitalien, um sie sich im Laufe der Show vom Körper zu reißen. Seit fast zwanzig Jahren zelebriert die Frau mit dem grauen Irokesen die sexuelle Enthemmtheit – und schafft es, das Ganze nicht stumpf, sondern subversiv wirken zu lassen. Kaum zu glauben, dass sie mal Erzieherin war, im Toronto der Neunzigerjahre, als sie Merrill Beth Nisker hieß. Und doch war ihr Lebensthema da schon angelegt: So durfte in ihrem Kindertheater jedes Kind mal die Hauptrolle spielen, also wurde Peter Pan so oft aufgeführt, bis jeder Junge und jedes Mädchen einmal Peter Pan gewesen war. Im Jahr 2000 startete Peaches ihr zweites Leben. Angeregt von Nina Simones Song Four Women gab sie sich den Namen Peaches (Pfirsiche), zog nach Berlin, arbeitete mit Iggy Pop, Chilly Gonzales und Pink, Madonna ist ihr großer Fan. Vor zwei Jahren spielte sie im Vorprogramm von Rammstein. Und nahm auf ihre Art vorweg, was dann kam: harte Riffs und dicke Hose.

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