Womit sind Sie unzufrieden, Janelle Monáe?

Die amerikanische Sängerin und Schauspielerin im Interview ohne Worte: über Rückschläge, ihre Herkunft als Arbeiterkind und wie es war, von Michelle Obama geehrt zu werden.

Geboren 1. Dezember 1985 in Kansas City, USA
Beruf Sängerin und Schauspielerin
Ausbildung American Musical and Dramatic Academy, New York
Status Freifrau

Auf die Frage nach ihrem Liebesleben hat Janelle Monáe mal geantwortet: »Ich date nur Androiden.« Tatsächlich wirkt sie selbst oft wie eine Kunstfigur: perfekter Gesang, perfekte Bewegungen, perfektes Styling, eine Art Turbo-Weiterentwicklung von Vorbildern wie Josephine Baker und Grace Jones. Was sie aber damals meinte, war: Mit solchen Fragen wollt ihr mich bloß in euer altbackenes Koordinatensystem einsortieren, vergesst es. Janelle Monáe versteht sich als heterosexuell, homosexuell, bisexuell, pansexuell, was­auchimmersexuell. Wozu Grenzen ziehen? Ist das nicht total 20. Jahrhundert? Mit Rollenwechseln spielt sie auch in ihren Videos, die manchmal wirken wie Schnappschüsse aus einer möglichen Zukunft: ein Wirbeln aus Tänzern, Farben, Formen, ein euphorisches »Anything goes«. Das gilt auch für die Musik, die ständig zwischen dem Soul der Sechzigerjahre und futuristischer Elektronik hin und her hüpft, quirlig wie die ganze kleine Person selbst. Gestern ist heute ist morgen ist alles zugleich. Logisch, dass so jemand nicht nur Musikerin ist, sondern mit ähnlichem Erfolg auch Schauspielerin und Model. Wozu Grenzen ziehen? Oder wie sie selbst es mal – leider unübersetzbar – formuliert hat: »I consider myself to be a free-ass motherfucker.«

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