»Das Theater schlägt dem Tod ein Schnippchen«

Hat das Theater in Zeiten des Internets seine Bedeutung verloren? Ein dringend notwendiges Gespräch mit Roland Schimmelpfennig, dem meistgespielten deutschen Dramatiker.

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Es dauert ein paar Wochen, bis man ihm endlich gegenübersitzt. Erst war er auf Kuba, wo er ein paar Monate im Jahr lebt, dann im Dauerstress auf der Buchmesse in Leipzig, und dann, endlich, klappt es doch noch: ein Gespräch mit Roland Schimmelpfennig, dem meistgespielten Dramatiker Deutschlands, dessen Stücke oft an mehreren Häusern gleichzeitig laufen, in Berlin, Hamburg, Mannheim, aber auch in Chile oder China. Und dass der Mann so erfolgreich ist, dass jetzt auch noch sein erster Roman für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war, die meisten diesen Namen aber noch nie gehört haben, das ist ein kleiner Skandal, damit kann man doch gleich einsteigen:

Also: Wie viel Relevanz hat das Theater eigentlich noch? Ist die Bühne Internet aufregender als die Theaterbühne? Oder hat der Mann keine Lust auf Kulturglamour? »Am Ende von Hamlet«, sagt er, »ist die Bühne von Leichen übersäht, Vorhang, Applaus, dann hebt sich der Vorhang wieder, und alle erwachen von den Toten und verbeugen sich. Auferstehung. Das Theater schlägt dem Tod ein Schnippchen, jede Nacht.«

Das Interview findet in einem französischen Bistro in Berlin statt, Schimmelpfennig scheint öfter hier zu sein, er kennt die Karte, bestellt ein Glas Wein und dann noch eins. Er ist ein angenehmer Gesprächspartner: nicht narzisstisch, aber selbstbewusst, ernsthaft, aber charmant, sehr gebildet, ohne es ständig herzeigen zu müssen. Klar kommt man auf Böhmermann zu sprechen, dann auf Harald Schmidt, Deutschlands Neue Rechte und die Frage, ob das, was heute in Fußballstadien stattfindet nicht viel erfolgreicheres Theater ist als seine Stücke oder die von Shakespeare.

Der Mann hat vierzig Theaterstücke geschrieben, einige davon wurden auf zwanzig, dreißig Bühnen gespielt, sein neuestes handelt von der Flüchtlingsproblematik. Frage: Ist es nicht wahnsinnig langweilig, ein Stück über ein Thema zu schreiben, bei dem es nur eine korrekte moralische Haltung gibt? »Langweilig nicht«, sagt er, »eher kompliziert, weil überall Gefahren lauern: die Gefahr des Klischees, des Kitsches.« Und dann erklärt er, wie er das gemacht hat. Und man versteht, warum er das Theater so liebt, warum er sagt, dass es nicht ersetzbar ist, nie sein wird, weil es alles auf einmal ist: tröstend und schön, nervenaufreibend und luxuriös, aggressiv und verschwenderisch.

Lesen Sie das gesamte Interview hier mit SZ Plus



Foto: Andy Kania /c/o brigitta-horvat.com

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