Was man idealerweise bei einem Museumsbesuch trägt

Die Sängerin Joni Mitchell und der Künstler David Hockney machen es vor. Ihre Outfits sind ein Kunstwerk für sich. Und Ausdruck einer innigen Freundschaft.

Von wegen alt und grau: Die Flucht ins weitverbreitete Seniorenbeige scheint für Joni Mitchell und David Hockney keine Option – vor allem, wenn sie sich zu einem Museumsbesuch aufmachen. Vorige Woche erschien das befreundete Künstlerpaar gemeinsam in der Galerie L.A. Louver in Los Angeles, wo gerade eine Ausstellung mit neuen, farbenfrohen Hockney-Werken angelaufen ist. Die beiden sahen dabei aus, als seien sie gerade aus genau einem solchen entsprungen.

Während die legendäre Singer-Songwriterin und Malerin zu einer plissierten schwarzen Hose ein avantgardistisches schwarz-gelbes Strick-Ensemble trug, trug Hockney, der wohl bekannteste lebende Künstler Großbritanniens, seine berühmten Eiscreme-Farben: Er kombinierte weißes Hemd, mintgrünen Cardigan und poolblaues Sakko mit einer rosa-rot gestreiften Krawatte, einem rosa Einstecktuch mit Pünktchen und einer sonnengelben Brille. Nun verfügen die meisten Künstler über ein ausgeprägtes Stilbewusstsein und einen guten Modegeschmack, aber der Auftritt dieser beiden älteren Herrschaften wärmt das Herz dann doch ganz besonders.

»Happy Pal-entine’s Day!«, schrieb die Galerie treffend zu einem entsprechenden Foto der beiden auf Facebook. Tatsächlich feiert das Bild die Freundschaft (engl. pals = Freunde) auf ganzer Linie.

Seit die 75-jährige Joni Mitchell im Jahr 2015 einen Schlaganfall erlitt, ist sie nur selten in der Öffentlichkeit aufgetreten. Mit Hockney an ihrer Seite fühlt sie sich aber augenscheinlich sicher. So viel Liebe für das Händchenhalten unter guten Freunden! Und auch für diese individuelle Interpretation des Partnerlooks: Die Farben mögen verschieden sein, und doch sieht man hier, dass da zwei zusammengehören: nicht zuletzt an der Schiebermütze. Doch nicht nur die Liebe füreinander wird in dem Bild deutlich – auch die Liebe zum Leben. Obwohl beide körperlich beeinträchtigt sind, strahlen sie das Gegenteil von Stagnation und einem Sich-selbst-Aufgeben aus.

Hockney, der seit Jahrzehnten sein Gehör verliert und mittlerweile fast taub ist, denkt auch mit 81 nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen und produziert noch immer fleißig neue Bilder, die mittlerweile an seinem iPad entstehen. Und auch Mitchell feiert das Leben. Bereits wenige Tage vor dem Auftritt im L.A. Louver ließ sie es sich nicht nehmen, zur Pre-Grammy-Party von Clive Davis zu erscheinen – schon dort wurde sie von Hockney begleitet und schon dort sahen beide super aus. Nicht nur ihre Outfits sprechen Bände, auch das sonstige Styling Mitchells – dezente Schminke, der geflochtene Zopf mit Haarschmuck, manikürte, gepflegte Fingernägel – scheinen zu sagen: Jetzt erst recht.

Wird getragen von: Gilbert & George, Pünktchen und Anton
Typischer Instagram-Kommentar: #friendshipgoals
Die Brands für den Look: Issey Miyake, Bernhard Willhelm, Coogi Sweaters, Paul Smith, Esprit der 80er-Jahre