Sagen Sie jetzt nichts, Jasmin Tabatabai

Ein Interview, in dem die Schauspielerin und Musikerin nichts sagt und doch alles verrät: über Iran, deutsche Migrationspolitik und Männer, die ihr einfach nicht das Wasser reichen können.

    Name: Jasmin Tabatabai 
    Geboren: 8. Juni 1967 in Teheran, Iran 
    Beruf: Schauspielerin, Sängerin
    Ausbildung: Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Kunst in Stuttgart 
    Status: So toll, wie ihr Nachname klingt

    Ihr Vater, der 1986 starb, war Iraner, ihre Mutter ist Deutsche. Bis sie zehn war, lebte die Familie in Teheran, Jasmin Tabatabai besuchte dort die deutsche Schule. Dann kamen die Mullahs an die Macht, und die Tabatabais flohen nach Bayern. Seitdem ist der Iran ein »anderes Land«, sagt Jasmin Tabatabai, »mit dem Land meiner Kindheit hat er nichts mehr gemein«. Religiöser Fanatismus, Antisemitismus, Atombomben-Streit – gute Nachrichten aus Teheran sind selten geworden. Irgendwie liegen die Themen für das Interview auf der Hand: Herkunft, Migration, Integration. Jasmin Tabatabai, schwarze Haare, dunkle Augen, gehört zu den wenigen deutschen Schauspielern, die aus eigener Erfahrung etwas darüber erzählen können. Zum Beispiel die herrliche Anekdote, dass sich ihre Eltern 1958 ausgerechnet auf dem Münchner Oktoberfest kennenlernten. Vor wenigen Wochen kam ihr neues Album Eine Frau auf den Markt. Darauf singt sie deutsche Chansons. Also, ein gutes Beispiel für Integration? Nein, eher ein gutes Beispiel für Deutschland.

    Fotos: Tibor Bozi

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