Über den Zauber von Hotelbars

Heute ein König, hieß es einmal in einer Bierwerbung. Aber wäre das nicht eigentlich der perfekte Slogan für eine Nacht am Hoteltresen?

Foto: Maurizio Di Iorio

Es gibt so vieles, was an Hotelbars fantastisch ist. Das Licht, die Drinks, die elegante Einsamkeit und dieses umwerfende Gefühl, in Wahrheit James Bond zu sein. Der eine, spezielle Gast. Was natürlich am Hotelbarfachpersonal liegt, geschult an Geschichten aus aller Welt. »Frau B., guten Abend, was möchten Sie trinken? Champagner, wie immer?« Pianomusik setzt ein, jetzt kann der Abend in alle Richtungen kippen, Schönheit, Hingabe, Gefahr, ein riesiges Spektrum an Möglichkeiten tut sich auf, was ja nicht weiter verwunderlich ist in einem

Im Winter war ich für eine Nacht in Berlin, mitten in der Pandemie, es standen einige Spazierkonferenzen an. Mein Hotel hatte nur für Geschäftsreisende offen, ich war eine von zwei oder drei Gästen. Es war ein einigermaßen großes Hotel, guter Business-Standard mit außergewöhnlich klug sortierter Bar, an der ich in normalen Zeiten auch ganz gern James Bond gespielt hätte, mit Blick auf die zartblau leuchtenden Gin-Flaschen. Nun. Es war, wie es war, die Bar hatte zu. Es schneite. Am Abend

Der Concierge lief hinter seiner Bar auf und ab. Er hatte eine bemerkenswerte Haltung – gerade und offen, freundlich, aber bestimmt. Ich bat ihn, mir einen Wagen zu rufen, und weil wir ja in James-Bond-Land waren, sagte ich es auch genau so: »Einen Wagen, bitte.« Der Concierge ging nach ganz links an seinen Tresen. »Ich muss nur auf diesen Knopf hier drücken«, sagte er, »dann ist der Wagen sofort da.« »Drücken Sie ruhig«, sagte ich.

Er hielt seine Hand über den Knopf, drückte

»So«, sagte er irgendwann, »jetzt hab ich gedrückt.«

Da waren wir auch schon auf der Straße,

Auf dem Weg nach Schöneberg konnte James Bond,