Schottischer kann man nicht übernachten

Der Name dieses Glasgower Hotels bedeutet so viel wie »Stelldichein unter Dudelsackpfeifern«. Angst vor Dauer-Dudeln muss man aber trotz des Proberaums im Keller nicht haben. Die Türen sind extra dick.

Beherbergt auch ein Musikgeschäft, das Kilts verleiht: Das »The Pipers’ Tryst Hotel« im Glasgower Kulturbezirk.

Foto: The National Piping Centre

Ein Dudelsack lässt sich nicht leise spielen. Manche dieser Blasinstrumente sind so laut, dass sie noch in mehr als 15 Kilometer Entfernung zu hören sind. Die Türen in »The Pipers’ Tryst Hotel« sind deshalb dicker als in anderen Häusern. Die Gäste sollen ihre Ruhe haben – auch wenn gerade mal wieder gedudelt wird. Das kommt fast täglich vor: Das kleine ­Hotel in Glasgows Kulturdistrikt gehört zum National Piping Centre, einer Institution für den Dudelsack.

Früher war das Sandsteingebäude eine Kirche. Seit das National Piping Centre in den Neunzigerjahren einzog, befinden sich darin ein Hotel, Proberäume, ein Festsaal, eine Bibliothek mit den gesammelten Ausgaben des Magazins Piping Times, ein Museum und ein ­Musikgeschäft, das auch Kilts verleiht. In den Zimmern zeigen Porträts die Dudelsackstars vergangener Jahrhunderte. Viele der jungen Mitarbeitenden, die am Empfang sitzen oder im Restaurant servieren, spielen selbst. Im Museum liegen sogenannte Practice Chanters. Mit den Practice Chanters fangen alle an. Die Dinger ähneln Flöten, klingen bei Ungeübten aber eher nach sterbender Gans. Angeblich, das zumindest behauptet ein Mitarbeiter an der Bar, sei das Dudelsackspielen ein­facher zu lernen als Klavier, weil man die Hände immer vor der Brust hat. Donnerstags bis samstags wird Probeunterricht angeboten.

Zur Beruhigung sei noch gesagt: Die Proberäume sind im Untergeschoss und sehr gut gedämpft, die Türen wirklich schalldicht. Seine Ruhe haben kann man hier also auch.

The Pipers’ Tryst Hotel,
30–34 McPhater Street,
Glasgow G4 0HW, Vereinigtes Königreich.
Tel. 0044/(0)141/353 55 51,
DZ ab 112 Euro/Nacht.