Versteckte Kamera

Prominente werden auf der Straße ständig heimlich fotografiert. Der US-Schauspieler Cole Sprouse wehrt sich jetzt: er fotografiert zurück und postet die Bilder mit lustigen Kommentaren auf seiner Instagram-Seite. 

Als bekannter Schauspieler auf die Straße zu gehen war schon immer anstrengend, aber jetzt, wo jeder Fan sein Smartphone dabei hat, wird es zum Spießrutenlauf. Und die Leute fragen nicht wenigstens vor dem Fotografieren, sondern knipsen heimlich. 

Cole Sprouse, 26, und sein Zwillingsbruder Dylan kennen das Problem, die beiden waren schon Kinderstars, hatten später eine eigene TV-Serie. Da sie zudem ganz gut aussehen und die Teenie-Presse sie liebt, werden sie oft erkannt auf der Straße.

Cole hat darum die Instagram-Seite @camera_duells eröffnet, mit mittlerweile 4,5 Millionen Followern. »This instagram is dedicated to the people out there who secretly take photos of me, and how I take photos of them first. May the fastest camera win.«, schreibt er. Diese Instagram-Seite widme er Menschen, die ihn heimlich fotografieren – die er allerdings dabei zuerst fotografiere. »Möge die schnellste Kamera gewinnen.«

1) Das No-Look-Foto »Eine der beeindruckendsten Techniken, die ich je gesehen habe«, schreibt Cole Sprouse anerkennend im Post.
Wie geht das? Handy im 90-Grad-Winkel von sich selber weg- und zum Prominenten hinhalten, dabei betont woanders hinsehen.
Vorteil: Fast hätte Sprouse es nicht bemerkt, »bis die junge Frau das Handy wegdrehte und ich den Bildschirm sehen konnte«, schreibt er.
Nachteil: Ohne Kontrollblick aufs Display ist der richtige Bildausschnitt schwierig - und man verstört den Promi: »Ich bin gar nicht so paranoid... oder doch?«, fragt sich Sprouse.

2) Der Telefonier-Trick »Eine fortgeschrittene Technik, zerstört durch einen Anfängerfehler«, kommentiert Cole Sprouse.
Wie geht das? So tun, als würde man telefonieren, das Handy ans Ohr halten - dabei aber den Foto-Auslöser drücken.
Vorteil: Gut gemacht nicht zu erkennen.
Nachteil: Wer den Blitz nicht ausstellt, erreicht genau das Gegenteil eines unbemerkten Schnappschusses.

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My father once told me that the key to great driving was ensuring the safety of myself and my passengers. Now, behold the fatherless fanatics: car in motion, eyes and hands off the wheel and road. There are times when I am truly in awe of the bravery of human sacrifice. A soldier risks all to save a fallen comrade. A group of righteous protestors fight oppression within a fascist regime. An old woman with dementia walks across a 4 way intersection to the local grocery. THIS, is not one of those times. In fact, a picture of ~a sprouse~ driving a car is so low down the life and limb foodchain, I am almost honored by the attempt. But I digress. You may be asking yourself, "Cole, aren't you taking a picture while driving too?" Yes, yes I certainly am. And typing this caption too. And while I was stopped when I took this, even if I was in motion I had already resigned my existence to another plane. If they play for keeps, so do I. The screaming and giggling that echoed from their car was a grim prologue to an ~auto~biography I should be writing: "I killed two people who probably shouldn't breed anyway," (working title), or at least the opening sequence to "red asphalt 2." Now if they did, indeed, collide with Darwin (because of me) I would have felt a tad guilty, I admit. But to be fair Oprah made us take a pledge for this exact reason, and so I think she should probably feel more ashamed. I hope Satan likes the photo.

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3) Drive-by-Shooting Dass Soldaten ihr Leben für Kameraden riskieren sei ja ok, schreibt Cole Sprouse, aber für ein Foto von ihm im noch fahrenden Auto die Hände vom Steuer zu nehmen, sei das Risiko echt nicht wert. 
Wie geht das? Im Rollen das Fenster runterfahren, Foto machen.
Vorteil: Man sitzt schon im Fluchtauto und kann mit seiner Foto-Beute entkommen.
Nachteil: ... wenn man nicht auf den grad bremsenden Vordermann aufgefahren ist.

4) Das U-Bahn-Foto »Wer hätte gedacht, dass eine Mutter mit Kind ein Foto von uns wichtiger findet als den Kinderwagen zu sichern im fahrenden Zug?«, schreibt Cole Sprouse (im Vordergrund mit seinem Zwillingsbruder zu sehen).
So geht es: Unauffällig bleiben bis der Zug losfährt, dann hemmungslos drauflos fotografieren. 
Vorteil: Während der Fahrt können die Sprouse-Zwillinge schlecht fliehen.
Nachteil: Sollte der Prominente einen zur Rede stellen, sitzt man ebenso fest.

5) Das Flieger-Foto »Gerade mal 30 Sekunden, nach dem ich das Flugzeug betreten habe«, schreibt Sprouse. 
Wie geht das? Erste-Klasse-Ticket kaufen, auf einen Star treffen, bis zur Landung den Akku leerknipsen. 
Vorteil: Noch mehr Zeit mit dem eingesperrten Idol als bei einer U-Bahn-Fahrt.
Nachteil: Eventuell bringt man das Flugzeug zum Absturz, weil man bei Start- und Landung sein Handy nicht ausschaltet.

6) Das Restaurant-Foto Sprouse schreibt irritiert, aber belustigt: »Beim Essen mit meiner Familie kam der Kellner (unser vertrauenswürdiger Kellner!) mit 'der Waffe' in der Hand zu uns.«
Wie geht das? Die Bestellung ignorieren, alle Manieren obendrein, dann einfach losknipsen.
Vorteil: Der Promi wird es sich gefallen lassen, weil er auf sein Essen hofft.
Nachteil: In dieses Lokal geht kein Prominenter noch mal.

7) Der Spiegel-Trick »Die beste Technik meiner Meinung nach. Sie wäre unbemerkt davongekommen, wenn der kombinierte Winkel des Handys und der Mikrowelle mich nicht alamiert hätte«, lobt Sprouse.
Wie geht das? Spiegelnde Scheibe suchen, dann indirektes Foto schießen. 
Vorteil: Sehr diskret.
Nachteil: Niemand fotografiert Mikrowellen-Fenster, also doch auffällig.

8) Die Detektiv-Nummer »Das Mädchen hat gekichert und gewackelt wie ein Baby im Schaukelstuhl«, erinnert sich Sprouse.
Wie geht das? Baseballcap aufsetzen, hinter großen Kissen verstecken, Pflanzen als Tarnung suchen. 
Vorteil: Man lernt zugleich, ob man das Zeug zum Privatdetektiv hätte.
Nachteil: Promis werden ständig von Paparazzi verfolgt, die kennen die Tricks schon. 

9) Nahkampf »Sie dachte, sie wäre so schnell wie ihre Geparden-Handyhülle. Aber ich hatte mein Handy genau so schnell gezogen«, schreibt Sprouse.
Wie geht das? Das Handy einfach vor sich halten und möglichst nah ran an den Promi.
Vorteil: Der Promi wird auf dem Foto gut zu erkennen sein, das gibt doppelt Likes im Freundeskreis.
Nachteil: Wenn der Promi nicht grad Stevie Wonder ist, merkt er es.

10) Das Handy als Schutzschild »Ihre Freundin war ziemlich überrascht, als ich meine Kamera gezückt habe«, schreibt Sprouse.
Wie geht das? Mit beiden Händen das Handy fest umklammern. 
Vorteil: Ein Smartphone erlaubt nicht nur schnelle Fotos, man kann sich dahinter auch gut verstecken – und nur aufs Display schauend entkommen, ohne einmal zum Prominenten aufsehen zu müssen.
Nachteil: Man verliert dadurch das durchaus charmante Rotwerden (siehe Freundin ohne Handy rechts) und das verlegen mit der Hand durch die Haare streifen. Also den Blickkontakt zum Idol und die 1:1000.000-Chance, dass sich der Star in seinen Fan verliebt. Seufz.

11) Der Stroh-Mann »Probiers noch mal mit nach mehr Training«, schreibt Sprouse.
Wie geht das? Freundin vor sich stellen, so machen, als ob man ihn oder sie fotografiert, dann links oder rechts dran vorbei den Star fotografieren. 
Vorteil: Man hat ein Alibi.
Nachteil: Wer in der Eile nicht richtig zoomt und den Bildausschnitt ordentlich setzt, hat ein Foto seines Lieblingsstars – und die vergrößerte halbe Nase seines Kumpels mit drauf.

12) Der Selfie-Trick »Guter Versuch, Ladies«, gratuliert Cole Sprouse.
Wie geht das? Star erkennen, schnell umdrehen, Selfie machen.
Vorteil: Man hat den Star und sich selbst auf einem Bild!
Nachteil: Vermutlich grinst man dabei etwas unsouverän in die Linse.

13) Das Selfie-Selfie »Das Bild zeigt die Perspektive des Opfers meines letzten Selfie-Duells«, schreibt Sprouse, der leider nicht verrät, wie er an das Foto gekommen ist.
Wie geht das? Der Star postet das Foto des Fans.
Vorteil: Nicht nur die eigenen 50 Follower und die Klasse 11B kriegt das Foto zu sehen.
Nachteil: 197.000 Menschen haben »gefällt mir« unter deinem aufgerissenen Mund geklickt.

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