Meereskunde

Respekt für die Mollusken, fordert unser Kolumnist diese Woche.

Goldfinger: Ringe »Daily Colors by Kim« von Wempe.

Foto: Markus Burke

Im Bereich der Tintenfische herrscht eine beispiellose Sprachverwirrung. Auffällig wird das vor allem im Urlaub, genauer: im Restaurant. Da werden Calamaretti und Polpo, Krake und Sepia, Oktopus, Tintenfischringe, Kalmare und Frutti di Mare fröhlich durcheinanderbestellt. Und dann: »Igitt, das ist ja jetzt doch das mit den Saugnäpfen!« Diese Meeresfrüchte-Egalheit ist ein bisschen beschämend, vor allem wenn man weiß, dass die schmackhaften Kopffüßer selbst so intelligent sind. Als außerordentlich lern­fähig und neugierig gilt der Krake. Das sind schon mal zwei Eigenschaften, die etlichen Touristen abgehen, die ihn am Strand frittiert in sich hineinmampfen. Außerdem war diese Spezies schon lange vor uns auf der Erde unterwegs. Ein bisschen mehr Respekt wäre also durchaus angebracht für die lustigen Mollusken! Man muss sie ja nicht gleich roh mit Geschmeide behängen. Aber sie richtig unterscheiden und deklinieren, das wäre schon mal ein Anfang.

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