Fehler machen, Törtchen backen

Fehler passieren auch in der Küche – und manchmal enstehen durch sie ganz neue Rezepte. Wie diese kleinen Beeren-Creme-Törtchen.

Foto: Hans Gerlach

Der Mürbeteig für meine Törtchen ist ungewöhnlich knusprig, das Rezept aus einem Fehler entstanden. Fehler sind in der Küche – wahrscheinlich auch im richtigen Leben - ein unerschöpflicher Quell für neue Kreationen, denken Sie nur an Kaiserschmarren oder Sauerteigbrot. Für einige Bleche Geburtstagszwiebelkuchen hatte ich die Zutaten multipliziert, die Wassermenge aber gleich gelassen. Es grenzte zwar an Sport, den daraus entstandenen Teig dünn auszurollen, aber der Zwiebelkuchen war fantastisch. Zum Glück sind Mürbeteige meist weder süß noch salzig, meine neue Entdeckung eignet sich deshalb genauso gut für die besten Beeren-Creme-Törtchen des Sommers. Die Creme ist verwandt mit der Füllung für französische „Tarte au Citron“ und Zitrone und frische Fruchtsäuren aus den Beeren sind auch durchaus wichtig für den Geschmack. Aber Beeren sind eben nicht so sauer wie Zitronen, deshalb braucht es keine Butter und viel weniger Zucker in der Creme, um die Säure auszugleichen. Die Beerencreme schmeckt perfekt, ist aber viel leichter als der Klassiker mit Zitronen.
Um das Rezept möglichst einfach zu halten, habe ich die Törtchen beim ersten Test gebacken ohne den Teig mit trockenen Hülsenfrüchten zu beschweren. Aber dann senkt sich der Rand, die Mulde wird zu klein für die Füllung und es sieht einfach nicht gut aus. Also: Backpapiere ausschneiden und mit Trockenerbsen in die Mulden legen. Zusammen mit dem störrischen Teig und der Crème, die man ja auch erstmal vorbereiten muss, macht das meine Törtchen leider ein bisschen aufwändig. Aber so ist das eben: Es reicht nicht, Fehler zu machen, man muss auch die Konsequenzen tragen. Und die Beerentörtchen schmecken wirklich!

Video: Hans Gerlach

Zutaten für Beerentörtchen

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Für ca. 24 Stück

Beerenfüllung:

  • 1 Zitrone
  • 5 Eier (M)
  • 100 g Zucker
  • 500 g Beeren z.B. Erdbeeren, Himbeeren oder Blaubeeren (200 g für die Füllung und 300 g für die Garnitur)
  • 1 EL Kakaonibs

Teig: (oder gute vorgebackene Bio-Mürbeteigtartelettes nehmen)

  • 200 g Mehl
  • Salz
  • 65 g Butterschmalz

Für den Teig Mehl und eine Prise Salz in eine Schüssel geben. Butterschmalz und 70 ml Wasser aufkochen, über das Mehl gießen und zu einem glatten Teig verkneten. Abkühlen lassen.

Zitronenschale abreiben, den Saft auspressen, 200 g Beeren pürieren. Beides mit Eiern und Zucker verrühren, in einer Metallschüssel über einem passenden Topf mit wenig schwach kochendem Wasser 20 Minuten erhitzen, bis die Creme dick wird, dabei häufig umrühren.

Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Teig 2 mm dünn ausrollen – das ist ein bisschen mühsam, dafür schmeckt der gebackene Teig später besonders gut – leichter geht es mit einer Nudelmaschine. Den Teig kurz entspannen lassen, dann vierundzwanzig 10 cm große Kreise ausstechen, nochmal kurz ruhen lassen. In Muffinformen drücken, so dass ein 2 cm hoher Rand entsteht. Mit Backpapier auslegen und mit trockenen Erbsen oder Bohnen beschweren. 12 Minuten backen. Kurz abkühlen lassen, die Teigschalen aus den Formen nehmen und die zweite Hälfte der Törtchen backen.

Füllung in die Teigschalen verteilen, auf ein Blech setzen und im Ofen auf der unteren Schiene 5 Minuten fertig backen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

Zum Servieren restliche Beeren
auf den Törtchen verteilen und mit Kakaonibs bestreuen – oder die Kakaonibs vorher im heißen Ofen mit etwas Ahornsirup karamellisieren, dann aber etwas mehr Kakaonibs nehmen – also z.B. 3 EL Kakaonibs mit 3 EL Ahornsirup mischen auf einem Backpapier etwa 5 Min. in den Ofen schieben, abkühlen und in Stücke brechen.

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