Wie schnell können Sie die Hände eigentlich bewegen?

Der Schlagzeuger Martin Grubinger im Interview ohne Worte über Béla Bartók, seine Liebe zu Bayern München und die zehntätige Quarantäne nach einem Konzert in Prag.

Geboren: 29. Mai 1983 in Salzburg
Beruf: Schlagzeuger und Multi-Percussionist 
Ausbildung: Studium am Bruckner-Konservatorium in Linz und am Mozarteum in Salzburg
Status:
Handwerker

Martin Grubinger trommelt wie kein anderer. Klassik, Jazz, Pop, Rock, Samba, Salsa, mit Instrumenten wie Marimba, Bongo, Bassdrum. Er tritt in der Carnegie Hall und in Philharmonien auf, solo, mit Orchestern oder anderen Percussionisten. Aber 2023 soll es vorbei sein, da wird er 40. Und wer jetzt skeptisch ist, weil das Aufhören ja immer so eine Sache ist, könnte sich auf YouTube die sechste Minute eines Interviews mit den ORF-Talkern Stermann und Grissemann anschauen. Da redet Martin Grubinger derart überzeugend davon, sich nichts sehnlicher zu wünschen als Geschichte zu studieren, dass man sich höchstens noch fragen kann, ob er 2020 wegen ausgefallener Auftritte möglicherweise als ver­lorenes Jahr betrachten und noch eins dranhängen wird. »Ich mache das seit dem fünften Lebensjahr«, sagt er zur Begründung seines Plans, und was er macht, sieht in der konzert­freien Zeit so aus: zehn Stunden Üben am Tag plus Sport. Joggen, Hantel-, Rückentraining. Keine Milchprodukte. Er schafft 1120 Schläge pro Minute, sein Puls steigt bis auf 196. Händen und Oberarmen sieht man die Plackerei an, sonst wirkt der 37-jährige Vater eines Sohnes, der nebenbei die BR-Klassik-Sendung KlickKlack moderiert und eine Kolumne in der KronenZeitung schreibt, immer noch unglaublich frisch.