Sagen Sie jetzt nichts, Joshua Kimmich

Der Fußballprofi Joshua Kimmich im Interview ohne Worte über seinen häufigsten Gesichtsausdruck auf Instagram, das »Mia san mia«-Gefühl und seinen Plan B zum Fußballer-Leben.


    Geboren
    8. Februar 1995 in Rottweil
    Beruf Fußballprofi
    Ausbildung Abitur in Stuttgart (1,7)
    Status Absolviert gerade seine Meisterprüfung

    Schweinsteiger ist schon weg, Lahm und Alonso hören auf, Ribéry und Robben nähern sich dem Rentenalter. Das Mittelfeld des FC Bayern erinnert demografisch an ostdeutsche Kleinstädte, also braucht man in München junge, hochtalentierte, robuste und multifunktionale Fußballspieler. Gern mit Identifikationspotenzial, Siegermentalität und Deutsch als Muttersprache. Da erscheint Joshua Kimmich, 22, nicht nur des Vornamens wegen (Hebräisch für »Rettung, Heil«) wie ein Geschenk des Fußballgottes. Kimmich hat bereits bewiesen, dass er bis auf Torwart (nur 1,76 Meter) alles kann am Ball, inklusive Siegtreffer, Spielaufbau, Abwehrgrätsche und Elfmeter gegen Italien. 46 Prozent der Leser einer Münchner Boulevardzeitung haben ihn zum Lahm-Wunschnachfolger gewählt (dabei möchte Kimmich lieber der neue Alonso werden), Sponsor Nike dreht über den Jungstar einen Kurzfilm. »Ich liebe diesen Jungen«, säuselte Pep Guardiola, Sportartikelhersteller Nike , Nationaltrainer Jogi Löw ließ Kimmich im EM-Halbfinale durchspielen. Nur Carlo Ancelotti, der brummbärige Trainer der Münchner, sieht Kimmich lieber mit Wärmedecke auf der Ersatzbank als in der Startelf. Wenn Joshua Kimmich Geduld hat, könnte ihm eine große Zukunft in München bevorstehen. Wenn nicht, dann nähme ihn sehr gern jeder andere Verein der Welt.

    Fotos: Maximilian Geuter

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