Sagen Sie jetzt nichts, Wolfgang Niedecken

Der Musiker Wolfgang Niedecken über seinen Schlaganfall, seine Freundschaft zu Heinrich Böll und seine Verkleidung im Karneval.

    WOLFGANG NIEDECKEN

    Geboren: 30. März 1951 in Köln
    Beruf: Musiker
    Ausbildung: Katholisches Internat, Studium der Malerei und Kunstgeschichte
    Status: Asphaltcowboy

    Wolfgang Niedecken und seine Band BAP spalten Deutschland seit 37 Jahren. Die einen singen mit leuchtenden Augen mit, die anderen halten sich die Ohren zu und schimpfen: zu kölsch, zu sentimental. Im November 2011 aber waren sich beide Hälften einig und fieberten mit, als Niedecken nach einem Schlaganfall notoperiert werden musste. Damals war zu spüren: Dieser Mann gehört – genau wie Franz Beckenbauer oder Helmut Kohl – längst zum Inventar der Bundesrepublik. Niedecken hat damals eine SMS von einem Spieler des 1. FC Köln bekommen, die zitiert er heute noch gern: »Erst wenn der ganz große Schiri abpfeift, ist wirklich Schluss.« Der Pfiff blieb aus. Zwei Jahre danach hat Niedecken sein Leben umgestellt: Er trinkt jetzt nicht mal mehr alkoholfreies Bier. Die Liebe zur Musik ist geblieben. Gerade sind sein neues Solo-Album Zosamme alt und der zweite Teil seiner Biografie erschienen. Seine Ehrenrunde, so nennt er das, geht fulminant los. Es gibt Leute, die halten Niedecken für einen Gutmenschen, weil er irgendwie sozialdemokratisch wirkt und sich für tausend wohltätige Organisationen einsetzt. Er sagt dazu: »Lieber bin ich Gutmensch als Schlechtmensch.«

    Fotos: Alfred Steffen

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