Warum ist der Polizeiruf besser als der Tatort?

Charly Hübner im Interview ohne Worte: über seine Zweifel als Schauspieler, seinen Sonntagabend und was er für seine Rolle niemals tun würde.



    Geboren 4. Dezember 1972 in Neustrelitz
    Beruf Schauspieler
    Ausbildung Abitur und Schauspielschule Ernst Busch in Berlin
    Status Der bewegende Mann

    Wir legen uns jetzt mal fest: Ja, es gibt ein paar ordentliche Schauspieler in Deutschland, aber Charly Hübner ist einer der ordentlichsten. Und einer der wenigen, die man sich in den ganz großen Rollen, ja sagen wir es doch: in Hollywood vorstellen kann, und das, obwohl er mit seinen mehr als zwei Zentnern nicht den idealen Westküstenkörper hat. Vielleicht liegt es daran, dass er so viel geübt und ausprobiert hat, von einer RTL-Krimiserie über den Oscar-prämierten Spielfilm Das Leben der Anderen bis zu Ladykracher mit Anke Engelke, Polizeiruf 110 oder einen Werbespot der Dresdner Bank. Dazwischen: immer wieder Theater; Tschechow, Shakespeare, Brecht. Der Mann spielt halt gern, allein im Jahr 2005 nahm er an 17 Filmprojekten teil – und er springt bis heute glaubwürdig zwischen leichtem Humor und Tragödie hin und her, immer ist sein Spiel beiläufig und überzeugend. Hübner stammt von der Mecklenburger Seenplatte. Einmal wurde er gefragt, was er sieht, wenn er an Heimat denkt. Seine Antwort: »Die Schafheide hinter dem Hotel meiner Eltern. Den dichten Buchenwald. Das Moor. Wildschweine im Autoscheinwerferlicht. Wasser.« Ab Oktober ist Charly Hübner im Schauspielhaus Hamburg in Eugene ONeills Eines langen Tages Reise in die Nacht zu sehen.

    Fotos: Axel Martens

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