Was wäre ein Leben ohne Ironie?

Der Musiker und Schriftsteller Funny van Dannen im Interview ohne Worte über seine Unterschiede zu Campino, Alkoholkonsum und die Stimmung im Land.

Funny van Dannen

Geboren 10. März 1958 in Tüddern, Nordrhein-Westfalen
Beruf Liedermacher, Schriftsteller, Maler
Ausbildung Grafikdesigner
Status Lebe glücklich, lebe froh

Der Liedermacher Funny van Dannen ist fast bestürzend integer. Erst kürzlich hatte er Bedenken, in Chemnitz mit seinen Freunden, den Toten Hosen, auf dem Konzert gegen Rechts aufzutreten. Weil es ihm als nicht so bekanntem Künstler vielleicht mehr nützen würde als der Sache. Politisch hat er immer klar Position bezogen: links. Früher war er Punk, und vielleicht ist er das noch, wenn man Punk nicht als Mode begreift, sondern als Außenseitertum. Dabei hat er es nie darauf angelegt, Außenseiter zu sein, »das hat sich so ergeben«, sagt er. Funny van Dannen heißt mit bürgerlichem Namen Franz-Josef Hagmanns-Dajka, stammt aus einem Dorf im Dreiländereck zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden, zog 1978 nach Berlin und war Mitgründer der Lassie Singers. Er schreibt Bücher, die kaum einer versteht, und malt Bilder, die kaum einer kauft. Mit den Liedern läuft es besser, es erschien gerade sein 15. Album, Alles gut, Motherfucker. Darum tourt er gerade mal wieder durch Deutschland. Die Texte seiner ironisch-melancholischen Songs schreibt er in geblümte Poesiealben, die er bei Woolworth kauft, gepolstert, mit goldenen Schlössern daran. Er hat mittlerweile mehr als 160 davon im Regal stehen, vollgeschrieben bis zur letzten Seite.

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