Sagen Sie jetzt nichts, Heiko Maas

Der Justizminister im Interview ohne Worte über Oskar Lafontaine, Militäreinsätze und sein Hobby Triathlon.

    Geboren: 19. September 1966 in Saarlouis
    Beruf: Politiker
    Ausbildung: Jurastudium
    Status: Neuer Hai im Becken

    Vor dem Fototermin hat man im Justizministerium wissen wollen, ob der Herr Minister lieber leger oder elegant erscheinen soll. Unsere Antwort: »Wie er sich am wohlsten fühlt.« Und jetzt – die Dienstlimousine ist pünktlich auf die Minute vorgefahren – steht er da: Heiko Maas, Bundesminister für Justiz und Verbraucherschutz, dunkler Anzug, keine Krawatte. Er hat sich – ganz im Stil der Großen Koalition – für die Mitte entschieden. Heiko Maas war lange nur im winzigen Saarland tätig, vor allem in der Opposition. Vor ein paar Jahren haben ihm Journalisten ein »Konfirmanden«-Image verpasst, aber sie haben ihn unterschätzt, den Triathleten Maas, der von sich sagt, beim Sport könne er bestens Aggressionen abbauen, die sich in der Politik nun mal aufstauen würden. Er liebe den Kampf gegen seinen inneren Schweinehund, »gegen den sind meine politischen Gegner nur Weicheier«. Vor ein paar Tagen gab Maas dann dem ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden den Ratschlag, er möge sich den US-Behörden stellen. Was sagt uns das? Mit politischen Gegnern kommt der Justizminister Maas bereits ganz gut klar. Was politisch Verfolgte angeht, muss er allerdings noch einiges dazulernen.

    Fotos: Alfred Steffen

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