Sagen Sie jetzt nichts, Inga Humpe

Die Sängerin Inga Humpe über Punk, Politik und das Abenteuer Treue.

    INGA HUMPE

    Geboren: 13. Januar 1956 in Hagen 
    Beruf: Musikerin  
    Ausbildung: Studium (Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte, Philosophie, Schauspiel)
    Status: Göttin der Jugend

    »Hertie-Punk« hat Sie der Maler Martin Kippenberger mal genannt, damals in den Achtzigerjahren. Und Inga Humpe? War gekränkt, weil sie sich erkannt fühlte: »Ein wild gewordenes Mädchen aus der Kleinstadt, das gegen die anderen aufbegehrte.« Heute kann sie darüber lachen. »Aufgeblasener Shit« nennt sie, was damals in Westberlin jeden Abend ablief, die Lust an der Rebellion, die Partys, die Wut, die Eitelkeit. Und auch wenn sie noch immer aussieht wie eine Soziologiestudentin im neunten Semester, die Frau geht auf die sechzig zu und hat wirklich jede Epoche und jedes Revival der deutschen Popgeschichte durchlebt und mitgeprägt. Gerade ist das neue Album ihrer Band 2raumwohnung erschienen, die sie vor 13 Jahren zusammen mit ihrem Lebensgefährten Tommi Eckart gegründet hat. Und wenn man den Liedern darauf so zuhört, merkt man: Inzwischen dreht sich bei Inga Humpe ganz viel um die Liebe, sie scheint ständig verliebt – interessanterweise nicht nur in ihren Partner. »Ich habe noch nie in einer monogamen Beziehung gelebt«, hat sie neulich in einem Interview gesagt. Und weiter: »Ich könnte mich in einen Briefkasten verlieben, wenn er gut aussieht.«

    Fotos: Axel Martens