Sagen Sie jetzt nichts, Jonathan Meese

Ein Interview mit Jonathan Meese, bei dem er schweigt und doch alles verrät.

Sie haben das Cover für die Bayreuth-Ausgabe des SZ-Magazins gemalt. Ihr erster Reflex beim Namen Richard Wagner?Name: Jonathan MeeseGeboren: 23. Januar 1970, Tokio Beruf: KünstlerAusbildung: Studium an der Hochschule für bildende Künste, Hamburg, abgebrochenStatus: Revolutionär, Großkünstler, »Der neue Beuys« (Bild), »Genialer Kunst-Barbar« (Charles Saatchi)Wenn einer ständig Riesenpenisse malt und nach Performances mit Prellungen am Boden liegt, macht man sich auf alles gefasst. Und dann kommt Jonathan Meese ausgerechnet von seiner 77-jährigen Mama aus Ahrensburg zum Shooting, pünktlich auf die Minute. Ab und zu kichert er wie ein kleines Kind, ansonsten ist er wahnsinnig höflich. Die Fragen? Kein Problem. Nur eine Bitte habe er: Seine Trainingsjacke, die würde er gern anbehalten, die sei sein Markenzeichen.

Haben Sie eine Botschaft an seinen Enkel Wolfgang, den Leiter der Bayreuther Festspiele?

Wie sehen Menschen aus, wenn sie Kunst von Jonathan Meese betrachten?

Was machen Sie am liebsten auf Vernissagen von Kollegen?

Sie gelten als fleißiger und unermüdlicher Arbeiter. Was treibt sie an?

Viele empfinden Ihre Arbeiten als Provokation. Wie sieht der Spießer in Ihnen aus?

Und noch mal zurück zu Wagner. Kann die Kunst uns erlösen?