Sagen Sie jetzt nichts, Matthias Brandt

Schauspieler Matthias Brandt über das Münchner Lebensgefühl, den Kniefall von Vater Willy Brandt und seinen Traum vom Strandkiosk in Frankreich.


    Geboren: 7. Oktober 1961
    Beruf: Schauspieler
    Ausbildung: Hochschule für Musik und Theater in Hannover
    Status: Stille Wasser sind eben doch tief

    Mehr als zehn Jahre lang spielte Matthias Brandt an deutschen Stadttheatern, zog von Oldenburg nach Krefeld, Wiesbaden, Karlsruhe, Frankfurt und so weiter. »Eine Ochsentour«, nennt er das. Sie hat sich gelohnt. Seit wiederum mehr als zehn Jahren ist Matthias Brandt, dessen Spezialität der unspießige Spießer ist, einer der besten Gründe, den Fernseher einzuschalten. Diesen Sonntag zum Beispiel, zum Polizeiruf 110 aus München. Hanns von Meuffels heißt da der Kommissar, und Matthias Brandt eignet sich den Mann an, indem er das Drehbuch abschreibt, mit der Hand, komplett. In einer der bereits gesendeten Folgen sagt Meuffels, sein Vater sei ein »hohes Tier« gewesen. Und dass er ihn vor allem aus dem Fernsehen kenne. Matthias Brandt ist der jüngste Sohn des Ex-Kanzlers Willy Brandt, und natürlich fragt man sich bei einem solchen Satz, ob es der Sohn des hohen Tiers Meuffels ist, der da spricht, oder der Sohn des Ex-Kanzlers Brandt. »Es ist Meuffels«, sagt Matthias Brandt. »Aber der ist natürlich immer auch ein bisschen Matthias Brandt. Ich bin schließlich mein eigenes Material, alles, was ich habe.« Das Material ist ergiebig. Der erste Fernsehfilm, mit dem Matthias Brandt richtig erfolgreich war, hieß Im Schatten der Macht. Darin spielt er Günter Guillaume, den DDR-Spion, der seinen Vater das Amt kostete.

    Fotos: Tibor Bozi

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