Sagen Sie jetzt nichts, Nina Hagen

Ein Interview, in dem die Sängerin nichts sagt und doch alles verrät: über ihr Leben als Bürgerschreck, Popstar, Mutter und gläubige Christin.

    Name: Catharina »Nina« Hagen 
    Geboren: 11. März 1955 in Berlin 
    Beruf: Musikerin, Schauspielerin 
    Ausbildung: Schule in der 10. Klasse abgebrochen, Gesangsausbildung
    Status: Hüterin des Glaubens

    In den Siebzigern hat sie einem indischen Guru gehuldigt und lebte in seinem Ashram, zelebrierte den Hinduismus, später hat sie Ufos am Strand von Malibu gesichtet und die Existenz von Außerirdischen gefeiert, heute wirbt sie energisch für Jesus: Sie hält den Fall der Mauer für einen Gottesbeweis, ihre gesamte Karriere für einen Auftrag Gottes, sie sagt oft Dinge wie »Das ist der Oberknaller, was man mit Gottes Hilfe alles schafft« oder »Jesus ist für mich die Number One« - typisch Nina Hagen: immer stürmisch, immer schallend, manchmal auch unangenehm tönend.

    Letztes Jahr hat sich Hagen, Deutschlands Ikone der Punkbewegung, im Alter von 54 evangelisch taufen lassen. Ihr jüngstes Album heißt Personal Jesus und ist voller stilechter Gospelmusik. Ihre Bewunderer sagen: »Nina Hagen ist ein Gesamtkunstwerk!« Ihre Kritiker sagen: »Die Frau ist ein bisschen durchgeknallt!« Wahrscheinlich stimmt beides. Außerdem sagt die Kirche: Man ist nie zu alt, um sich Gott zuzuwenden. Der Herr freut sich über jedes verirrte Schaf.

    Fotos: Tibor Bozi

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