»Chesa Salis« - Bever, Schweiz

Das Bauernhaus, aus dem das Hotel »Chesa Salis« entstand, ist mehr als 400 Jahre alt. Deshalb ist dort alles etwas enger als in einem moderneren Haus, was aber seinen eigenen Charme hat.

Als etwas kurz geratener Mann hat man es nicht immer leicht. Bei Rockkonzerten sieht man kaum zur Bühne, großspurige Kollegen sagen »Hobbit«, nur Frauen unter 1,60 Metern können zu einem aufschauen. Männer mit Messi-Maß würden am liebsten Urlaub auf der Südseeinsel Liliput machen, um mal groß rauszukommen. Kleiner Tipp: Es reicht, in das Dorf Bever im Oberengadin zu fahren und im Hotel »Chesa Salis« einzuchecken. Selbst Mini-Männer bücken sich dort, um sich nicht den Kopf am Türrahmen zu stoßen. Auch die Holzdecken sind in den meisten der 18 Gästezimmer so niedrig, wie es in so alten Gebäuden üblich ist. 1590 als Bauernhaus erbaut, ging die »Chesa Salis« ab 1877 in den Besitz der Graubündner Adelsfamilie von Salis über. Es klingt paradox, aber die Enge hat eine Grandezza, die man selbst in Grandhotels selten findet. Die Wände sind mit dunklem Arvenholz getäfelt oder mit Stukkaturen verziert, die Fassade ist mit Sgraffiti und schmiedeeisernen Zierelementen geschmückt, alles ist perfekt restauriert. Das Slow-Food-Restaurant im früheren Stall bietet rustikale Gerichte wie Bündner Gerstensuppe, aber auch Gourmet-Menüs, der Gastgeber Jürg Degiacomi gart das Angus-Steak auf dem Holzkohlegrill und teilt sein großes Wissen über Wein. Wem es doch zu eng wird in der »Chesa Salis«, kann sich in der Bergwelt rundum austoben: Die Skipisten, Loipen und Winterwanderwege von St. Moritz sind wenige Kilometer entfernt.

»Chesa Salis«
Fuschigna 2,
Bever-St. Moritz
Tel. 0041/81/8511616,
DZ mit Frühstück ab 161 Euro (Halbpension 54 Euro).

Foto: Daniel Martinek

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