Herbstzeitlose

Wer stets eine Armbanduhr, ist umso irritierter, wenn er mal vergisst, sie anzulegen. Bei sich selbst beobachtet unser Autor dann zwei seltsame Symptome.

Immer zur Hand: Herrenuhr »Big Bang Steel Blue« von Hublot. 

Foto: Sarah Fürbringer

Wer es gewohnt ist, morgens eine Armbanduhr anzulegen, kennt auch jene seltsamen Tage im Jahr, an denen man es versehentlich nicht tut. Das geschieht meistens, weil man sich am Vorabend an unüblichen Plätzen der Uhr entledigt, sie zum Beispiel gedankenverloren in die Besteckschublade oder in den Sicherungskasten gelegt hat. Am nächsten Tag kommt einem der eigene Arm irgendwann fremd vor. Es dauert eine Weile, bis man merkt, warum – die Uhr fehlt!

Nach dieser Erkenntnis treten für gewöhnlich zwei Sym­ptome auf. Zunächst eine Art Schattenschmerz, der sich anfühlt, als wäre dort eben doch die Uhr. Man möchte sie ­reflexhaft schütteln, ausziehen und vor allem manisch oft darauf schauen, viel öfter jedenfalls als sonst. Zum anderen sind das leider immer genau die Tage, an denen man in Arzttermine, kritische Ladenschlusszeiten und Tauchgänge jenseits der 50 Meter Tiefe involviert ist. Also ausnahmsweise dringend eine Armbanduhr bräuchte. Aber, ach: Hab keine Zeit! Da stimmt’s dann wirklich mal.