Wiederholungsgefahr

Bei einem Mitmenschen ein Faible ausmachen und ihn dann immer monothematisch beschenken, kann ein Quell der Freude sein. Aber nur für die Schenkenden, weiß Max Scharnigg.

Gürteltasche »GG Marmont« von Gucci.

Vermutlich in jeder Verwandtschaft gibt es einen Fall von Mono-Geschenkkultur. Bei uns ist es Tante Betty, sie bekommt seit jeher alles mit Kühen geschenkt. Angefangen hat es mit einem harmlosen Schweiz-Urlaub vor dreißig Jahren. Seitdem: Kühe als Puzzle oder Topflappen, singende, kapverdische Kühe, als Salzstreuer, Kerze, aus Marzipan. Der Bekanntenkreis ist groß, ihr »Kühregal« längst voll. Tante Betty stöhnt entsetzt bei jedem neuen Teil, weil sie nicht fassen kann, dass ausgerechnet sie die überflüssigste Kuh-Sammlung der Welt beherbergen soll. Vielleicht bräuchte sie eine Saftpresse, aber keine Chance, sie bekommt Kuh-Krimis, Kuh-Puschen, künstlerische Kuh-Ansichten etc. Monothematische Schenkerei ist für die Betroffenen ein schlimmes Schicksal. Für die Schenkenden jedoch ewiger Quell der Freude, sie sind stets auf der Suche nach witzigen Ergänzungen. Man kommt nicht umhin zu bemerken, dass die Bauchtasche unten recht ergiebig wäre: Schmetterlings-, Löwen-, Maikäfer- und Gucci-Sammlungen können damit bedient werden.

Foto: Moos-Tang

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