Israelisches Feuerwasser

Der Anis-Schnaps Arak erinnert an Ouzo und schmeckt mit Limonata besonders gut. Dieser Aperitiv ist perfekt für den Sommer und schmeckt sogar ohne Alkohol.

Der hochprozentige Arak galt in Israel bis vor kurzem als Feuerwasser alter Männer. In der Weihnachtsbäckerei meiner Großmutter war Arak-Aroma aus kleinen Glasfläschchen eine wichtige Zutat. Aus den leeren Fläschchen kann man wunderbar kleine Flaschentaucher basteln – und so die Geheimnisse von Luftdruck und Auftrieb spielerisch erforschen . Meine emotionale Verbindung zu Arak war also schon positiv geprägt, als ich noch ein kleines Kind war. Doch erst jetzt, während einer Reise nach Jerusalem, probierte ich zum ersten Mal Arak als Getränk und zwar im sehr populären Restaurant Machneyuda nahe dem wichtigsten Markt der Stadt. Es war dort laut und quirlig, mit Wunderkerzen und tanzenden Köchen. An eine gute Teigtasche mit einer Füllung aus selbst gesammelten Kräutern erinnere ich mich, aber die Atmosphäre ist in dem Restaurant noch wichtiger als das Essen. Zur Begrüßung gab es einen ganz einfachen Aperitif aus Minze, Zitrone, Zucker – und Arak.

Der Anis-Schnaps ähnelt Spirituosen wie Ouzo oder Pastis. Aber anders als diese wird Arak in der Regel nicht gezuckert und insgesamt aufwändiger hergestellt. Der Grundalkohol entsteht zum Beispiel nicht aus Zuckerrüben, sondern aus Weintrauben (oder Feigen). Die Trauben werden gequetscht und mit Schalen und Kernen drei Wochen lang vergoren, dann bis zu viermal destilliert. Vor der zweiten Destillation kommen Anissamen mit dazu. Der fertige Schnaps reift dann in Amphoren aus Ton, dabei verdunstet ein Teil der Flüssigkeit und das Aroma wird weicher. Arak ist keine ausschließlich israelische Spezialität, auch in den umliegenden Ländern wird Arak hergestellt, teilweise auch heute noch mit altertümlich anmutenden Brenngeräten über kleinen Holzfeuern. An diese lebendige Tradition knüpft eine junge Generation von Craft-Arak-Brennern an, die in Kleinbetrieben erstklassigen Schnaps produzieren. In Deutschland ist die Auswahl noch gering, einige Sorten aus dem Libanon gibt es hier.

Dieser ganz einfache Aperitif, Limonana mit Arak, eignet sich sehr gut für Sommerfeste und schmeckt sogar als frische Limonade ganz ohne Alkohol. L‘chaim – auf das Leben!

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Hummus und Chraime.

Limonana mit Arak

Für 4 Gläser:

  • 4 saftige Bio-Zitronen
  • 4 EL Zucker
  • 1/2 Bund Minze (zum Beispiel Nana-Minze)
  • 500 g Crushed Ice
  • 250 ml Sprudelwasser
  • Arak nach Geschmack (ca. 12 cl)

Eine Zitrone waschen, die Schale abreiben, den Saft von allen Zitronen auspressen. In einem Pitcher mit der Schale und 4 EL Zucker mischen. Minzblättchen abzupfen, zum Zitronenmix geben. Crushed Ice zugeben, umrühren, mit Sprudel auffüllen und nach Geschmack mit Arak mischen.

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