Es gibt Mais, Baby

Mais wird massenhaft für Biogas angebaut (und dafür Soja importiert). Statt die schöne Maispflanze zu schreddern, sollte man lieber knusprige Waffeln daraus machen, findet unser Koch. Hier sein Rezept.

Mais anzubauen um daraus Biogas zu fermentieren ist ein gutes Geschäft – so gut, dass eine große Nachfrage nach Äckern für den Maisanbau (und andere Biogas-Kulturen) die Preise für landwirtschaftlichen Grund in die Höhe treibt. Das behindert eine Landwirtschaft die versucht, Lebensmittel sinnvoll zu produzieren. Es ist lukrativer, den Mais für Biogas zu pflanzen – um dann Futtermais oder Soja aus den verbrannten Urwäldern Brasiliens zu importieren. Auch wenn Energie aus nachwachsenden Rohstoffen sicher sinnvoll ist, müssen wir zusätzlich einfach weniger Energie verbrauchen – wir haben einfach nicht genug Platz, um unseren Energiehunger zu stillen und gleichzeitig genug gutes Gemüse, Getreide oder Fleisch für alle zu produzieren.

Außerdem ist es auch ein bisschen schade wunderschöne Maispflanzen einfach zu schreddern, zu vergären und zu kompostieren. Polenta, Tortilla oder gegrillte Maiskolben können fantastisch schmecken, aus den Resten kann man aromatische Gemüsebrühen kochen und Maiskörner geben meinen Maiswaffeln eine frische Süße als Ausgleich zum säuerlichen Teig mit viel Buttermilch. Ich mag meine Waffeln aussen knusprig und innen saftig, bei süßen Varianten gibt es dafür ein paar Kleinigkeiten zu beachten, aber der Zucker im Teig sorgt zuverlässig für eine karamellig-knusprige Kruste. Salzige Waffeln werden mit Käse knusprig, dafür backe ich sie etwas dunkler als süße Waffeln. Mit einem Klecks Joghurt und einem kleinen Topping werden daraus verführerische Mini-Mahlzeiten. Durch Mais und Kräuter im Teig schmecken die Waffeln aber auch ganz pur - sogar wenn sie nicht gerade frisch aus dem Waffeleisen kommen. Heben Sie sich das Rezept vielleicht schon mal für die Silvesterparty auf.

Knusprige Maiswaffeln

Teig
1 (gekochter) Maiskolben oder 150 gut abgetropfte Maiskörner
1 EL Öl
1 Bund Koriander
90 g Butter und etwas Butter für das Waffeleisen
1 EL helles Miso
125 Mehl und 75 Maismehl
1 EL Backpulver, Salz
400 ml Buttermilch
125 g grob geraspelter Hartkäse (Alter Gouda, Mimolette oder gereifter Bergkäse)

Topping
3 rote Zwiebeln
1 Bio-Limette
1 TL Muskovado-Zucker
rauchige Chiliflocken z.B.: Ancho-Chiliflocken
2-3 Tomaten
6 Minzstängel
250 g griechischer Joghurt (6-10%)

Maiskolben mit etwas Öl von allen Seiten braun anbraten oder grillen, das dauert knapp 10 Minuten. Mit einem großen Messer, die Körner vom Kolben schneiden. Koriander mit den Stielen grob hacken. Die Butter schmelzen lassen, vom Herd nehmen und wieder etwas abkühlen. Miso unterrühren.

Für das Topping die Zwiebeln schälen und in möglichst dünne Scheiben schneiden. Limettenschale fein abreiben, den Saft auspressen, mit den Zwiebeln mischen, salzen, zuckern und leicht kneten. Tomaten groß würfeln, Minze zupfen. Den Joghurt mit einer Prise Salz und der Limettenschale cremig rühren.

Mehl, Maismehl und Backpulver mit einer Prise Salz mischen - nicht übertrieben viel, Miso und Käse sind auch salzig. Buttermilch, Butter, Käse, Mais und die Hälfte vom Koriander unterrühren – nicht zu viel rühren, damit die Waffeln schön locker werden. Ein Waffeleisen leicht buttern, die Waffeln darin dunkelgolden ausbacken.

Knusprige Waffeln mit Joghurt, Tomaten, marinierten Zwiebeln, restlichem Koriander und Minze anrichten.