Riesenkeks mit Kirsche

Egal, ob vom Wochenmarkt oder aus dem eigenen Garten: Erst die Kirsche macht aus diesem einfachen Haselnusskuchen ein absolut fantastisches Dessert. 

Am Sonntag habe ich den Kirschbaum abgeerntet, mit meiner Tochter. Es sind Hedelfinger Kirschen, das ist eine sehr knackige und aromatische Sorte. Vor ein paar Jahren haben wir den Baum gepflanzt und er wächst sehr schnell: der Kirschbaum droht unseren kleinen Garten irgendwann dauerhaft in Dunkelheit zu tauchen. Das könnte etwas Gutes haben, weil heiße Sommertage dann erträglich bleiben, im Schatten unterm Kirschbaum. Andererseits wächst in diesem Schatten kein Salat mehr und der ist mir eigentlich wichtig. Wenn der Baum sich also breit macht, hätte ich es gerne, dass er mir dafür wenigstens auch etwas gibt. Der Standort könnte sicher besser sein, es wachsen auch zu wenige Kirschbäume als Pollenspender in der Nähe und Eichhörnchen und Amseln holen sich ihren Teil schon bevor die Früchte reif sind. Aber jedes Jahr hoffe ich trotzdem wieder auf die erste ernstzunehmende Ernte.

Diesmal habe ich mit Hilfe einer großen Leiter sieben Kirschen gepflückt. Für meinen Haselnusskuchen musste ich deshalb Kirschen kaufen – das finde ich nicht ganz fair. Aber Fairness ist vielleicht auch keine geeignete Kategorie im Umgang mit Kirschbäumen. Die eigenen sieben Kirschen haben jedenfalls fantastisch geschmeckt und die gekauften waren zumindest von der gleichen Sorte – in den fränkischen Kirschanbaugebieten sind die Hedelfinger sehr beliebt, von dort kommen viele Kirschen auf den Münchner Wochenmärkten. Der Kuchen ähnelt einem Riesenkeks, er passt sehr gut zu Schlagsahne und saftigen Kirschen. Ob Sie die Kirschen entsteinen oder nicht, richtet sich danach, wie gerne Sie Kirschkerne spucken.

Wer mehr Glück bei der Kirschernte hatte oder bei der Kirschbeschaffung sowieso auf Profis vertraut, der kann auch meinen Kirschstrudel ausprobieren – mit einer Backzeit von 45 Minuten eignet er sich bestens für Fussballpartys.

Trockener Haselnusskuchen mit marinierten Kirschen

Für einen Kuchen:

  • 125 g Haselnusskerne
  • 150 g Butter
  • 100 + 75 g Zucker
  • 2 EL Honig
  • 2 Eigelbe
  • 125 g Mehl
  • 125 g Maismehl

Für die Kirschen:

  • 1 Bio-Orange
  • 300 g Kirschen
  • 1 TL Vanillezucker
  • 4 cl Dessertwein, vielleicht einen Lambrusco, Banyuls - oder auch einen Vin Santo
  • 200 g Sahne

Außerdem: 1 Tarte- oder Springform (ca. 26 cm Durchmesser)

Backofen auf 160 Grad (keine Umluft) vorheizen. Haselnüsse darin 10 Minuten rösten. Mit einem Küchentuch die Haut abreiben – die geht dabei nie vollständig ab. Die Nüsse im Blitzhacker fein zerkleinern. 125 g Butter und 100 g Zucker mit dem Rührgerät weiß-schaumig schlagen. Eigelbe nacheinander unterrühren, dann den Honig hinzufügen. 125 g Maismehl, Mehl und Nüsse unterheben.

Form mit der restlichen Butter einfetten und mit dem übrigen Maismehl bestäuben. Teig einfüllen und glatt streichen. Im Ofen auf der zweituntersten Schiene ca. 25 Min. backen.

In der Zwischenzeit die Orangenschale abreiben, den Saft auspressen. 75 g Zucker mit 2 EL Wasser in einem kleinen Topf hellbraun karamellisieren, mit Orangensaft ablöschen, die Schale und den Vanillezucker zufügen, auf etwa ein Drittel einkochen. Abkühlen lassen. Kirschen waschen und entsteinen, mit Orangensirup und Dessertwein marinieren. Sahne schlagen.

Den Kuchen in größere Stücke brechen, mit Kirschen und geschlagener Sahne servieren.

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