Sagen Sie jetzt nichts, Katarina Barley

Die SPD-Politikerin Katarina Barley im Interview ohne Worte über Martin Schulz, Cabriofahrten und ihre frühere Persönlichkeit.


    Geboren
    19. November 1968 in Köln
    Beruf Politikerin und Generalsekretärin der SPD
    Ausbildung
    Jurastudium in Marburg und Paris, Promotion
    Status Die Internationale

    Wenn Katarina Barley auf ihrer Homepage schreibt, ihre Doktorarbeit sei ehrlich recherchiert und ganz alleine geschrieben, ist das einer ihrer schlechteren Witze. Eigentlich ist sie nämlich bekannt für ihren feinen Humor, den sie aus ihrer Zeit als Kommunalpolitikerin in Trier auf die große Bühne mitgenommen hat. Aber Barley, Tochter eines Briten und einer Deutschen, kann etwas, was für ihre Partei SPD viel wichtiger ist als eine gute Pointe: cool bleiben. Auch in Zeiten der Schulz-Euphorie schafft sie es, nicht hysterisch zu werden – und das nicht erst seit der Wahl im Saarland. Als Barley Ende 2015 ihr Amt als SPD-Generalsekretärin antrat, sahen viele in ihr einen Gegenentwurf zu Sigmar Gabriel, er abgekämpft und unentschlossen, sie ausgeruht und zielstrebig. Das bestätigt sich jetzt im Bundestagswahlkampf. Mit der gleichen Geduld, mit der sie ein entschlossenes Vorgehen gegen Rechtsextremisten fordert, macht sie klar, dass die SPD vor und die SPD nach Schulz dieselbe Partei ist. Bei ihren Fernsehauftritten hat Barley viel von einer Ikea-Werbung: Sie duzt oft, erklärt, fasst sich kurz. Aber, und das ist der entscheidende Unterschied, sie geht einem dabei nicht auf die Nerven. In ihrer Tasche hat sie übrigens immer ein paar SPD-Mitgliedsanträge, für alle Fälle.

    Fotos: Tibor Bozi

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