Sagen Sie jetzt nichts, Per Mertesacker

Der Fußballprofi Per Mertesacker über seine übliche Vorbereitung vor einem entscheidenden Spiel, sein Verhältnis zu Arsène Wenger und mit welchem Gesicht er seine Gegner einschüchtert.

Geboren 29. September 1984 in Hannover
Beruf Fußballprofi
Ausbildung Abitur
Status Ende ohne Schrecken

Trotz seiner 198 Zentimeter: unscheinbarer Manndecker. Kein Ballzauberer, aber einer, auf den sich Jogi Löw und Arsène Wenger verlassen konnten. Der Mann, der den Fernsehreporter nach einem unschönen, aber doch gewonnenen WM-Spiel zusammenfaltete, um dann in die Eistonne zu steigen, bleibt nun auch als der in Erinnerung, der als Erster so deutlich von Egomanie und Leistungsdruck im Fußball sprach, von Durchfall und Brechreiz und der verheimlichten Erleichterung in der Niederlage – auch auf die Gefahr hin, die Verachtung eines Lothar Matthäus auf sich zu ziehen (gerade erscheint Mertesackers Buch Weltmeister ohne Talent). Per Mertesacker – viele Fans haben ihn unterschätzt und geflucht, als Jogi Löw noch 2010 an ihm festhielt. Bei ­Hannover in der Jugend dachte er schon daran, mit dem Fußball aufzuhören, in Bremen war man froh, ihn 2011 nach London verkaufen zu können, dann sieben Jahre Arsenal. Britisches Understatement und Höflichkeit musste Mertesacker in England nicht erst lernen. Er fühlt sich dort wohl und bleibt dem Verein auch nach dem Karriereende im Mai treu, er wird sich hauptverantwortlich um die Jugend kümmern. Treue. Auch so ein Wort, das man nicht oft im Profifußball zu hören bekommt. So wie Eistonne und Brechreiz.

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