Was vermissen Sie in Berlin an München?

Ein Interview ohne Worte mit Uwe Ochsenknecht über Mordfantasien, Facebookseiten der eigenen Kinder und den besten Gesichtsausdruck für Selfies mit Fans.

  
Geboren: 
7. Januar 1956 in Biblis
Beruf: Schauspieler
Ausbildung: Schauspielschule Bochum
Status: Männer...

Gibt man den Namen »Ochsenknecht« bei Google News ein, erhält man folgende Meldungen: »Natascha Ochsenknecht bei Promi-Big-Brother«, »Chayenne Ochsenknecht: erstes Tatoo mit 16«, »Jimmi-Blue Ochsenknecht: Wir haben alle einen Schatten« und »Frauen geteilt: Ochsenknecht-Söhne im pikanten Sex-Talk!«. Eher wenig liest man über den Mann, dem der Rest der Familie die Prominenz weitestgehend verdankt: Uwe Ochsenknecht. Der erlangte seine Prominenz nicht über Boulevardschlagzeilen, sondern mit Rollen in Klassikern der deutschen Filmgeschichte - in »Das Boot« 1981, »Männer« 1985, »Schtonk!« 1992. Er bekam den Bayerischen Filmpreis, den Deutschen Filmpreis, den Deutschen Fernsehpreis, einen Bambi. 2016 spielt er in der Sat1-Komödie »Verdammt verliebt auf Mallorca« mit - und man darf mal fragen, warum eigentlich. Warum Uwe Ochsenknecht so selten herausforderndere, bessere Rollen bekommt, wie die des Uli Hoeneß (Die Udo Honig Story, 2015). Vielleicht, weil er zu gut darin ist, Grimassen zu schneiden, wie er in diesem Interview beweist. Dass Ochsenknecht auch leisere Töne anschlagen kann, zeigt er am 24. und 25. September im deutschen Pay-TV-Sender »A&E«: In »Protokolle des Bösen« spielt er den Serienmörder Daniel Küster in einem als Kammerspiel inszenierten Verhör. Er spricht die tatsächlichen Aussagen des Täters nach. Da sieht man Ochsenknecht (und in einer späteren Folge auch Fritz Wepper, noch so einer für die seichten TV-Rollen) mal düsterer, ernster. Steht ihm gut.

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