Wie kamen Sie damit klar, dass Sie als Kind ständig umgezogen sind?

Die Musikerin Sophie Hunger im Interview ohne Worte über Roger Federer, ihren Ruf als Chamäleon und eine Kindheit als Diplomatentochter.

Geboren 31. März 1983 in Bern
Beruf Singer/Songwriter
Ausbildung Studium der Germanistik und Anglistik
Status Polyglott

Obwohl sie hier kein Riesenstar ist, war die Schweizerin Sophie Hunger schon in fast jeder deutschen Talkshow zu Gast. Man hört ihr aber auch besonders gern zu. Sie lässt sich Zeit mit ihren Antworten, manchmal so viel, dass die Stille hörbar wird. Und dann gibt sie etwas Kluges und Unerwartetes von sich, zum Beispiel »nichts« auf die Frage, was sie zu Dietrich Grönemeyers euphorischer Beschreibung ihrer Musik sagt (ihre Stimme würde Glückgefühle aus­lösen, die Musik Ruhe und Spannung gleichzeitig schaffen und von allem ablenken, was einen belaste). Sophie Hunger, die ihren dritten Vornamen und den Mädchennamen ihrer Mutter als Künstlernamen gewählt hat, erklärt ungern im Detail, was für Musik sie macht. Popmusik, sagt sie nur. Und meint damit: keine Klassik. Denn Hunger passt schwer in eine Kategorie. Sie singt eher soulig-bluesig-jazzig-punkig als poppig. Ihre Texte sind inhaltlich und sprachlich komplex: Sie singt auf Deutsch, Englisch, Französisch, Schwyzerdütsch, als Diplomatentochter wuchs sie in Bern, London, Bonn und Zürich auf. Über ihre Familie sagt sie: Hätte sie sich zwischen dem Beruf des Bankers oder des Clowns entscheiden müssen, hätte die Familie zum Clown geraten. Der stünde in ihrem Ansehen weit über dem Banker.

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