»Das ist nicht unbedingt was für kleine Kinder«

Der Schaupieler Wilson Gonzalez Ochsenknecht erzählt, welcher Sound ihn durch seine Skaterzeit begleitet hat und ohne welchen Song er in der Berliner Musikszene wohl kaum Anschluss gefunden hätte.

Foto: Patrice Brylla

#1 »Black Celebration« von Depeche Mode

Als ich früher noch ein bisschen mehr aufgelegt habe, brachte ich diese Nummer immer zum Schluss. Weil sie so schön emotional ist. Außerdem ist sie für mich zeitlos und sehr inspirierend; einer meiner absoluten Lieblingssongs von Depeche Mode. Wenn man den live hört, ist er noch viel intensiver. Das erste Mal, als ich die Band live gesehen habe, war ich noch gar kein Depeche-Mode-Fan. Das war bei »Rock am Ring« vor zwölf Jahren, danach habe ich es immer wieder verpasst - bis zum letzten Jahr. Endlich.

#2 »Smack my bitch up« von The Prodigy

Ich glaube, ich war so sechs, sieben Jahre alt, als ich das Video zu »Smack my bitch up« das erste Mal sah. Das ist ja auch nicht unbedingt was für kleine Kinder, aber irgendwie haben sich das Video und der Song total in mich hineingebrannt. Ich fand diese Breakbeats aus den Neunzigern immer sehr interessant, so kam ich mit Tanzmusik, Drum and Bass, Techno, Electro und so weiter in Kontakt. Irgendwann zog ich dann nach Berlin und dadurch, dass ich The Prodigy schon immer gehört habe, fand ich in der elektronischen Musikszene dort gut Anschluss.

#3 »The Beautiful People« von Marilyn Manson

Marily Manson fand ich schon ziemlich früh stark. »The Beautiful People« war meine erste Berührung mit der etwas dunkleren Rockmusik, in der ich mich dann sehr schnell wohl gefühlt habe. Durch den Song habe ich Nine Inch Nails entdeckt und viele andere Bands. Als ich dann so zwölf, dreizehn war, in meiner Skaterzeit, habe ich auch viel Slipknot gehört. Für derartige Musik hat Marilyn Manson mir die Tür aufgestoßen. Oder besser: aufgetreten.

#4 »Mushroom« von Can

Jetzt mal was Klassischeres mit ein bisschen mehr Melodie. Ich bin ein großer Anhänger von Can. Das ist eine Band aus Köln, die den Krautrock in den Sechzigern und Siebzigern miterfunden haben. Sie waren unter den Ersten, die elektronische Elemente reingebracht haben in eine Musik, wo es sonst nur Gitarre, Bass und Schlagzeug gab. »Mushroom« ist einfach ein schöner Jam-Song, bei dem man merkt, wie weit kreative Musiker damals gegangen sind. Ich höre den gerne an einem Sommertag zum Chillen, aber eigentlich gibt es gar keinen schlechten Moment, um ihn zu hören. 

#5 »The Bronze« von Queens of the Stone Age

Queens of the Stone Age ist eine meiner absoluten Liebingsbands seit vielen, vielen Jahren. Da finde ich eigentlich alles gut. »The Bronze« ist ein Song vom ersten Album, der die Band ziemlich stark definiert hat. Er zeigt schon gut die Richtung der Musik auf, die sie ab dann gemacht haben und immer noch machen, diesen Stoner Rock. Der Song ist perfekt, um das Genre kennenzulernen.

#6 »Fuck the Pain Away« von Peaches

Als ich noch relativ jung war, fand ich Peaches immer gut, weil sie mit eher einfachen Mitteln gute Musik produziert. Den Song »Fuck the Pain away« habe ich mit 14, 15 gehört und irgendwie gefiel mir der Humor. Peaches, eine kanadische Sängerin, ist außerdem Feministin, und davor, wie sie für Frauenrechte kämpft, hatte ich früh schon großen Respekt. 

#7 »Nightclubbing« von Iggy Pop

Iggy Pop ist für mich einfach unbeschreiblich - musikalisch natürlich ganz weit vorne und immer noch so ein großer Entertainer. Das erste Mal live gehört habe ich ihn vor zwei Jahren in Los Angeles im Greek Theatre, auf so einer Open-Air-Bühne. Da hat er zusammen mit der Besetzung vom Album »Post Pop Depression Band«, also dem Sänger von Queens of the Stone Age und dem Schlagzeuger von Arctic Monkeys, gespielt. Aber sie haben keinen neuen Song performt, sondern »Nightclubbing« vom Album »The Idiot«. Die Atmosphäre! Die Leute sind alle abgegangen und Iggy Pop ist ins Publikum rein, hat Stagediving gemacht, obwohl er gar nicht mehr richtig laufen kann.

Ab dem 18. Mai 2018 ist Wilson Gonzalez Ochsenknecht an der Seite von Matthias Schweighöfer in der zweiten Staffel der Amazon-Serie »You are Wanted« zu sehen.

Artikel teilen: