Sagen Sie jetzt nichts, Anna Thalbach

Die Schauspielerin Anna Thalbach über pubertierende Töchter, die Anziehungskraft von Rauchern und Schwaben in Berlin.


    ANNA THALBACH

    Geboren: 1. Juni 1973 in Ost-Berlin 
    Beruf: Schauspielerin  
    Ausbildung: Mittlere Reife, Hospitanz als Kostümschneiderin  
    Status: 40 und kein bisschen leise

    Wenn man Anna Thalbach sprechen oder eben nicht sprechen, sondern fotografieren will, dann holt man sie meistens von irgendwas weg. Genauer: Man hält sie von irgendwas ab, weil diese Frau jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr von Rolle zu Rolle, von Bühne zu Bühne, von Lesung zu Lesung rennt, als hätte der Tag nur 23 Stunden. Obendrein hat sie seit dem Jahr 2000 bei 55 Hörbüchern mitgearbeitet, gerade spricht sie »das kleine Gespenst« für einen neuen Film, der im November in die Kinos kommt. Man muss sie also kurz am Ärmel ziehen und festhalten – und genau das haben wir gemacht. Was sie antreibt? Schwer zu sagen, aber eines steht fest: Essentielle Dinge müssen immer mal wieder zurückstehen. Auch unserem Fototermin geht ein längerer SMS-Wechsel voraus, aber dann, als es so weit ist, steht sie halt auch da wie eine Eins. Dabei hat sie am Abend zuvor noch gespielt und ist erst um vier ins Bett gekommen. Sie fragt, ob man ihr eine Tasse Kaffee und ein Käsebrot organisieren könne, aber leider haben wir nur Kuchen, und Kuchen mag sie nicht. Egal. Zieht sie die Sache halt mit drei Stunden Schlaf und leerem Magen durch. Theaterfrau eben: radikal – auch zu sich selbst.

    Fotos: Alfred Steffen

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